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Neue Krawalle in London

Polizisten sichern die Straßen von Tottenham.
Polizisten sichern die Straßen von Tottenham.(c) Reuters (Luke Macgregor)
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Auch am Montag kam es wieder zu Ausschreitungen. Auslöser soll angeblich die polizeiliche Kontrolle eines Mannes gewesen sein.

In London ist es am Montag den dritten Tag in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Im Osten der britischen Hauptstadt lieferten sich Jugendliche am Nachmittag Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie warfen Feuerwerkskörper auf die Sicherheitskräfte und attackierten sie mit Mülltonnen sowie Einkaufswagen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Polizisten versuchten, einen Bahnhof abzuriegeln. Einige Jugendliche drangen offenbar auf der Suche nach Wurfgeschoßen in Geschäfte ein.

Nach einem Bericht der BBC begannen die jüngsten Auseinandersetzungen nach der polizeilichen Kontrolle eines Mannes.

Ausweitung auf mehrere Stadtteile

Zuvor hatten sich am Sonntag die Krawalle auf mehrere Stadtteile ausgeweitet. Nach der Randale im Stadtteil Tottenham lieferten sich Jugendliche in der Nacht zum Montag vor allem in Nord-, Ost- und Süd-London Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bei den Tätern handle es sich offenbar um "Trittbrettfahrer", erklärte Scotland Yard. Die Beamten seien schockiert über das Ausmaß der Gewaltbereitschaft. Mehr als 100 Randalierer wurden festgenommen. Neun Polizisten wurden verletzt.

Die Gewalt hatte am Samstagabend im Stadtviertel Tottenham im Norden Londons begonnen. Dort hatten Angehörige und Freunde eines 29-Jährigen demonstriert, der vergangene Woche unter bisher ungeklärten Umständen von einem Polizisten erschossen wurde.

Die friedliche Demonstration eskalierte: Randalierer setzten Büros, Wohnungen, Polizeiautos und einen Doppeldecker-Bus in Brand und plünderten Geschäfte aus. Von einigen Häusern blieben nur die Grundmauern übrig.

Randale auch in der Innenstadt

In der Nacht auf Montag breiteten sich die Krawalle über verschiedene Teile der Stadt aus. Im Stadtteil Brixton im Süden verwüsteten mehr als 200 Jugendliche die zentrale Einkaufsstraße. In Enfield im Norden sowie Stadtvierteln Walthamstow und Waltham Forest im Nordosten griffen Jugendliche Polizisten an, zerstörten Schaufenster und plünderten Läden. Einige dieser Gegenden sind für soziale Probleme bekannt. 50 Jugendliche randalierten aber auch am Oxford Circus - mitten in der Londoner Innenstadt.

Die Familie des getöteten Mannes distanzierte sich von der Gewalt. Das sei nicht im Sinne des 29-Jährigen, sagte dessen Bruder. Über die genauen Umstände des Todes gab es auch am Montag keine Klarheit.

Der Familienvater hatte nach Darstellung der Polizei bei einer Kontrolle aus einem Taxi auf die Fahnder geschossen. Eine Kugel, die das Funkgerät eines Polizisten traf, stammte nach einer ersten Untersuchung aber offenbar aus einer Polizeiwaffe, berichteten mehrere britische Medien. Die britische Innenministerin Theresa May brach am Montag ihren Urlaub ab, um nach London zurückzukehren.

Die Jugendlichen bildeten nach Darstellung der Polizei über das Internet "kleine und mobile" Gruppen. Sie hätten sich mit Smartphones organisiert und seien sehr schnell von einem Ort zum nächsten weitergezogen, berichteten Beobachter. Die Polizei habe daher große Probleme gehabt, die Randalierer unter Kontrolle zu bekommen. Die Feuerwehr musste rund 50 Brände löschen.

(APA)