Die Verschärfung der US-Schuldenkrise hat den Goldpreis am Montag auf einen neuen Rekordstand getrieben.
Der Goldpreis hat nach der Abstufung der US-Kreditwürdigkeit zu einer rasanten Rekordjagd angesetzt. Die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise trieb den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) am Montag erstmals über die Marke von 1700 US-Dollar auf ein neues Rekordhoch bei 1715,01 Dollar (1.211,59 Euro). Als Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhten Banken in der Früh die Prognosen für den Goldpreis.
Die Schuldenkrise und die Sorge vor einem Abflauen der Weltwirtschaft ließen den Goldpreis seit Beginn des Jahres um etwa 20 Prozent ansteigen. "Der Goldpreis bleibt Gipfelstürmer", hieß es in einem Kommentar der DekaBank. Der Preistreiber sei "leicht zu finden: die Schuldenkrise diesseits und jenseits des Atlantiks". Die Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA und die jüngste Zuspitzung der Schuldenkrise in Italien verstärke die Suche der Investoren nach vermeintlich "sicheren Häfen".
Der US-Ökonom James Turk sieht laut "www.finews.ch" noch viel Potenzial für das gelbe Edelmetall, weil einige Notenbanken die Kontrolle über die Geldproduktion verloren haben.Im folgenden ein Überblick über die gewagtesten Goldpreis-Prognosen der Experten: von 500 bis 4000 Dollar ist alles drin... (c) EPA (Ym Yik)
Hedgefonds-Manager John PaulsonPaulson verdiente im Zuge der Finanzkrise 3,7 Milliarden Dollar, indem er rechtzeitig auf den Zusammenbruch des US-Häusermarkts wettete. (c) Reuters (Jonathan Ernst)
Der ehemalige Chef-Volkswirt der Hypo-Vereinsbank Martin Hüfner, zitiert vom "Handelsblatt". (c) Reuters
Jedes Jahr im Dezember stellt die Saxo Bank ihre "Outrageous Predictions" - also "unerhörte Vorhersagen" - für das kommende Jahr vor. Die Prognosen für 2011 sind unter www.cash.ch nachzulesen. (c) Reuters (Charles Platiau)
Erste Bank-Experte Ronald-Peter Stöferle im Juni 2010.Ronald Stöferle wird am 13. Jänner von 12.00 bis 13.00 Uhr Ihre Fragen in einem Online-Chat auf "DiePresse.com" beantworten. (c) Erste Bank
Raiffeisen-Manager Gerhard Rehor beurteilt die derzeitige Goldhausse laut "Wiener Zeitung" extrem kritisch.Auch bei der US-Immobilienblase habe man anderthalb Jahre vorher gewusst, "dass es eine Blase ist." Nur: Es sei unklar gewesen, wann diese platzen würde. "Blasen sehen genau so aus", erklärt Rehor. (c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
Investoren-Legende George Soros hat im September 2010 vor dem Entstehen einer "ultimative Blase" bei Gold gewarnt. Den Goldmarkt hat er aber nicht verlassen.Zuletzt hat sein Hedgefonds fünf Millionen Aktien des iShares Gold Trust erworben. Der SPDR Gold Fund war zum 30. September 2010 die grösste Einzelposition in seinem Portfolio. (c) Reuters (Jorge Silva)
Der legendäre Investor Jim Rogers setzt laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" ebenfalls auf steigende Rohstoffpreise. (c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
Ein anderer prominenter Investor ist bekannt dafür, kein Gold-Fan zu sein: Warren Buffett. Für ihn ist Gold ein prinzipiell nutzloses Metall, zumal es keinen Verbrauchszweck hat."Man gräbt es irgendwo aus der Erde, schmilzt es zu einem Barren und vergräbt es in einem Tresor", meint er laut "www.foonds.com". Die Bewertung von Gold ist laut Buffett vor allem ein Ausdruck öffentlicher Ängste und wirtschaftlicher Unsicherheit. Er investiert daher lieber in Unternehmen. (c) AP (Nati Harnik)
Die wildesten Goldpreis-Prognosen
In einer ersten Reaktion auf den aktuellen Höhenflug erhöhte die US-Großbank Goldman Sachs ihre Prognose für den Goldpreis. In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Experten laut einer am Morgen veröffentlichten Studie einen Anstieg auf 1.860 Dollar die Feinunze.
Neben dem Goldpreis ist auch der Preis für Silber in der Früh stark gestiegen. Der Preis für die Feinunze Silber kletterte um 1,43 Dollar die Unze auf 39,71 Dollar.