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Lobbying-Affäre: Steirischer VP-Mandatar tritt zurück

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Wolfgang Kasic verlässt nach Vorwürfen des Glücksspiel-Lobbyismus den Landtag und die Wirtschaftskammer. Reumütig zeigt er sich trotzdem nicht.

Der steirische VP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Kasic tritt nach Vorwürfen des Glücksspiellobbyismus zurück.

Kasic hatte über eine von ihm herausgegebene Gratiszeitung Inserate der Glücksspielindustrie lukriert. Gleichzeitig war er aber zuständiger WK-Spartenobmann und hatte im Landtag den Vorsitz im Glücksspielausschuss inne. Ihm wurde daher die Vermengung von privaten Interessen, Wirtschaftskammerfunktion und politischem Mandat vorgeworfen.

Kasic legt nun nach einer monatelangen Debatte neben dem Landtagsmandat auch seine Funktion in der Wirtschaftskammer zurück. Das ging aus einer Aussendung des VP-Klubs am Donnerstagnachmittag hervor. Im Landtag folgt ihm Waltraud Schiffer, Landwirtin aus Eggersdorf, nach.

"Haltlose Anschuldigungen"

"Nach rund einem halben Jahr an haltlosen Anschuldigungen und Vorwürfen, die an den Nerven gezerrt haben", habe sich Kasic "nach reiflicher Überlegung in den vergangenen Tagen zum Rücktritt entschlossen". "Die Kampagne ist nicht spurlos an mir vorübergegangen", wird Kasic, der seit 2000 dem Landtag Steiermark angehört, zitiert. "Ich habe heute diese meine Entscheidung unserem Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer mitgeteilt", so Kasic, der damit "weiteren Schaden vor allem von seiner Firma" abwenden wolle. Gleichzeitig werde er auch seine Funktion in der Wirtschaftskammer zurücklegen "im Interesse meiner Familie und meiner Firma", so Kasic.

Der steirische VP-Chef Hermann Schützenhöfer bedauerte diesen "offensichtlich notwendig gewordenen Schritt". Kasic habe "für seinen Bezirk und für den Klub hervorragende Arbeit geleistet". Als Kasics Nachfolgerin nannte Schützenhöfer Waltraud Schiffer.

(APA)