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US-Handelsdefizit weitet sich im Juni unerwartet aus

Handelsdefizit: Die USA importieren mehr als sie exportieren
(c) dapd (Philipp Guelland)
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Überraschend positive Zahlen gibt es bei den Arbeitslosen-Erstanträgen, die unter die 400.000er- Marke fielen. Kapitalzuflüsse aus dem Ausland müssen die Defizit-Lücke schließen.

Das US-Außenhandelsdefizit hat sich im Juni überraschend ausgeweitet. Die Differenz zwischen Exporten und Importen stieg auf gut 53 Milliarden Dollar (37,5 Milliarden Euro), wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies ist die größte Lücke seit Oktober 2008. Volkswirte hatten mit einem Fehlbetrag von 48 Milliarden Dollar gerechnet. Im Mai betrug das Defizit 50,83 Milliarden Dollar.

Die Ausfuhren sanken von Mai auf Juni um 2,3 Prozent auf 170,86 Milliarden Dollar. Die Einfuhren schrumpften gleichzeitig um 0,8 Prozent auf 223,92 Milliarden Dollar.

Das US-Handelsbilanzdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

Erstanträge stärker als erwartet gefallen

Positive Nachrichten gibt es vom US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist vorige Woche stärker als erwartet gesunken. Die Zahl sei um 7.000 auf 395.000 Anträge gefallen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Es ist das erste Mal seit langem, dass die Erstanträge wieder unter der Marke von 400.000 rangieren. Volkswirte hatten hingegen mit 405.000 Anträgen gerechnet. Die Zahl der Vorwoche wurde um 2.000 auf 402.000 Anträge nach oben revidiert. Im aussagekräftigeren Vier-Wochen-Schnitt sank die Zahl um 3.250 auf 405.000.

(APA)