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Massiver Gewinneinbruch bei Telekom Austria

Telekom Austria
(c) APA (Helmut Fohringer)

Nach den Turbulenzen rund um die Kursaffäre muss die Telekom Austria nun auch mit enttäuschenden Gewinn- und Umsatzzahlen aufwarten.

Die börsenotierte teilstaatliche Telekom Austria hat ein schwieriges Halbjahr hinter sich, konnte aber im 2. Quartal den Ergebnisrückgang reduzieren und hält an der Dividende für 2011 fest. Der Ausblick wurde allerdings durch die Währungsabwertung bei der Tochter in Weißrussland zurückgenommen.

Die Telekom geht nun für das Gesamtjahr von gesenkten Umsatzerlösen in der Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von maximal 1,55 Milliarden Euro aus.

Das Betriebsergebnis (Ebit) gab in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres um 85,8 Prozent auf 42,7 Millionen Euro nach. Das bereinigte Ebitda lag bei 777,6 Millionen Euro, ein Minus von 7,8 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr des Vorjahres. Der Umsatz ging um 2,9 Prozent auf 2,227 Milliarden Euro zurück.

Starke Abwertung des weißrussischen Rubel

Die Telekom führt die Zahlen auf regulatorische Effekte, das wirtschaftliche Umfeld und den starken Wettbewerb zurück. Die "sehr starke operative Leistung" bei der weißrussischen Tochter Velcom sei durch die 54-prozentige Abwertung der weißrussischen Rubel "überschattet" gewesen, so der Konzern Mittwoch früh in einer ad hoc-Meldung.

Die Telekom Austria kämpft derzeit mit einer Kursaffäre. Im Frühjahr 2004 soll der Kurs der Telekom-Aktie zugunsten eines Bonusprogrammes des Managements beeinflusst worden sein, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Topmanager wegen des Verdachtes der Untreue. Gestern hatte der Telekom-Aufsichtsrat angekündigt, Schadenersatzklagen gegen einige Top-Manager einzubringen und Rückforderungsansprüche an die Begünstigten zu stellen.

Personalabbau belastet weiter

Nach wie vor lastet allerdings der Personalabbau in Österreich bleiern auf der Bilanz. Die Telekom Austria hat im 1. Halbjahr 219 Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen, sprich für den Personalabbau, aufgewendet. Von Jänner bis Juli wurden 647 Mitarbeiter abgebaut, 577 davon durch Sozialpläne. 70 Mitarbeiter wechselten zum Bund, zum Beispiel in den Verwaltungsdienst der Polizei. Insgesamt sind für heuer 250 Millionen Euro für Sozialpläne vorgesehen. In Österreich sitzen derzeit 694 Mitarbeiter in der Servicecom, wo sie ohne Tätigkeit "zwischengeparkt" sind.

"Stolz auf unsere operativen Erfolge"

"Wir sind auf unsere operativen Erfolge stolz, die wir in einem harten Wettbewerbsumfeld und zum Teil bei starkem konjunkturellen Gegenwind erreicht haben. Es zeigt sich erneut, dass unsere Konvergenzstrategie die Basis für unser zukünftiges Geschäft ist", kommentiert Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group, die Entwicklung des ersten Halbjahres.

(APA)