Die Erbschaftssteuer hätte negative Folgen für die heimischen Unternehmen.
Frage an die Erbschaftssteuerfans in allen Lagern: Wo sollen die erhofften Millioneneinnahmen eigentlich herkommen, mit denen man von der Pflege über die Bildung bis zum Sozialsystem so ziemlich alles finanzieren will, wofür jetzt zu wenig Geld da ist? Einigkeit herrscht ja nur darüber, dass „der kleine Häuslbauer“ nicht betroffen sein soll.
Die großen Finanzkapitalvermögen, von denen immer die Rede ist? Die haben halt die unangenehme Eigenschaft, dass sie rascher aus Österreich abgezogen sind, als man das Wort Erbschaftssteuer aussprechen kann. Bleiben also nur jene Vermögen übrig, die man nicht so einfach transferieren kann.
Genau genommen sind das zwei Gruppen: Grundbesitzer und Eigentümer von kleinen und mittleren Unternehmen. Wobei es bei den Grundbesitzern Ausnahmen für die Bauern geben würde, da darf man sich getrost auf die Macht der Agrarlobby verlassen. Und die Unternehmer? Die würden wohl wieder verstärkt in Stiftungen flüchten, um ihren Betrieb nicht bei jedem Generationenwechsel zu gefährden. Der Erlös aus der Steuer tendiert da gegen null. Und auch diese Konsequenz sollte bedacht werden: Ist es sinnvoll, wenn ein guter Teil der heimischen Unternehmen von übervorsichtigen Stiftungsvorständen statt von Unternehmern geführt wird?
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2011)