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Nach Terrorserie bombardiert Israel den Gazastreifen

Leuchtgeschosse erhellen die Grenzregion
(c) Reuters (AMIR COHEN)
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Attentäter haben in einem israelischen Urlaubsort private Fahrzeuge mit panzerbrechenden Waffen angegriffen. Eine Serie von Vergeltungsschlägen folgte - auch Ägypter wurden getötet.

Israel übt nach der Anschlagsserie im Süden des Landes Vergeltung: Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag Ziele im Gazastreifen angegriffen. Palästinensische Quellen berichten von einer Welle von Angriffen, die sich gegen zahlreiche Ziele im Gazastreifen richtete.

Palästinensischen Ärzten zufolge wurden ein Jugendlicher getötet und 17 weitere Personen verletzt. Bei einem Luftschlag an der Grenze sollen außerdem zwei ägyptische Polizisten und ein Armeeoffizier getötet worden sein.

Israel macht für die Terroranschläge das palästinensische Volkswiderstandskomitee verantwortlich. Einer der Anführer der bewaffneten Gruppe wurde laut Zeugenaussagen bei den Luftangriffen getötet, weitere Palästinenser starben. Die Attentäter sollen aus dem Gazastreifen über Ägypten nach Israel eingedrungen sein. Sieben Terroristen seien getötet worden.

Die Zahl der bei der Anschlagsserie getöteten Israelis stieg nach offiziellen Angaben unterdessen auf acht. Stunden nach den insgesamt vier koordinierten Anschlägen auf Reisebusse, Autos und ein Armeefahrzeug sei ein Polizist bei der Verfolgung der Attentäter erschossen worden. Bei den Anschlägen sind ein israelischer Soldat und sechs Zivilisten ums Leben gekommen. Bei einem der blutigsten Terrorakte seit Jahren wurden auch zahlreiche Menschen verletzt.

"Neue Dimension des Terrors"

Beobachter sprachen angesichts der Eilat-Anschläge von einer neuen Dimension des Terrors. Die Attentäter hätten zunächst einen Reisebus nördlich des Badeortes am Roten Meer beschossen und seien dann geflohen. Kurz darauf seien am selben Straßenabschnitt ein zweiter Bus und zwei Privatautos unter Feuer genommen worden. Ein herbeigerufenes Armeefahrzeug sei auf eine Sprengfalle gefahren.

Den Erkenntnissen zufolge setzten die Attentäter auch panzerbrechende Waffen und Mörser gegen private Fahrzeuge ein, sagte Armeesprecher Yoav Mordechai im Rundfunk. Die getöteten Angreifer hätten Sprenggürtel und Handgranaten getragen, die erst entschärft werden mussten.

Terroristen werden hohen Preis zahlen

Regierungschef Benjamin Netanyahu warnte: "Wenn Terroristen denken, sie könnten Israel ungestraft angreifen, dann werden sie einen Preis zu zahlen haben, einen sehr hohen Preis." Das israelische Gebiet am Roten Meer galt bisher als sicher, die Anschläge am beliebten Urlaubsgebiet trafen die Israelis hart.

Verteidigungsminister Ehud Barak gab Ägypten eine Mitschuld an den Anschlägen. "Die Angriffe sind ein Beweis für die mangelnde Kontrolle der Ägypter auf der Sinai-Halbinsel und das Erstarken terroristischer Gruppen dort", hieß es in einer Erklärung des israelischen Verteidigungsministeriums. Die Drahtzieher der Anschläge säßen aber im Gazastreifen, schrieb Barak weiter. Israel werde mit aller Härte und Entschiedenheit reagieren.

Der palästinensische Spitzenpolitiker Saeb Erekat warnte Israel vor "unverantwortlichen Vergeltungsmaßnahmen". Israel dürfe die Zivilbevölkerung nicht kollektiv bestrafen.

Der Terroranschlag war der verheerendsten in Israel seit dem 6. März 2008. Damals tötete ein arabischer Attentäter acht Studenten in einer jüdischen Religionsschule in Jerusalem. Die Serie von Anschlägen trifft Israel mitten in der touristischen Hochsaison. In der Urlauberhochburg Eilat am Roten Meer verbringen im August Zehntausende Menschen aus aller Welt ihre Ferien. Die südisraelische Stadt galt bisher als sicher. Die USA, die Vereinten Nationen, Frankreich und Deutschland verurteilten die Anschläge scharf.

(Ag./red.)