Gründungsmythos: Erinnerungen an Salzburger Höhenflüge

(c) Orfeo C 818 101 B
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Bruno Walter war einer der herausragenden Dirigenten der Gründungsjahre der Salzburger Festspiele.

Bruno Walter war einer der herausragenden Dirigenten der Gründungsjahre der Salzburger Festspiele, am allerwichtigsten in der Phase, in der Deutschland bereits vom Nationalsozialismus beherrscht wurde und Österreich noch versuchte, unabhängiges Kulturleben zu bewahren. Bruno Walter, der als Jude seine deutschen Verpflichtungen nicht mehr wahrnehmen durfte, war dabei Garant für höchste Qualität. Anders als mancher Exilant kehrte Bruno Walter nach 1945 zurück in deutschsprachige Lande. Dass er noch im Alter der ideale Mahler-Interpret war, dokumentiert ein Livemitschnitt von 1950: Die Wiener Philharmoniker spielen da nach einer energetischen Beethoven'schen Egmont-Ouvertüre Mahlers Vierte in einer dramaturgischen Reichhaltigkeit, die man unter der geschmeidigen melodischen Führung leicht überhören könnte: Das ist ein Mahler voller Fallstricke, Musik der doppelten Böden, der halb verborgenen Anspielungen und bedrohlichen Attacken. Nur die Oberfläche tönt lieblich – auch in Irmgard Seefrieds hinreißendem Sopransolo im Finale.

Bruno Walter: Beethoven, Mahler (Orfeo C 818 101 B)

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