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Lufthansa: AUA wird auch 2011 keinen Gewinn machen

Lufthansa erreicht 2011 Ziel
(c) AP (Ronald Zak)
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Die AUA wird wohl ihr Ziel verfehlen, heuer operativ aus den roten Zahlen zu kommen, sagt Lufthansa-Vorstand und AUA-Aufsichtsratschef Lauer.

Die AUA (Austrian Airlines) hat bis Juni operativ 63 Millionen Euro verloren. Sie wird es auch im Gesamtjahr nicht aus den roten Zahlen schaffen. Lufthansa-Vorstand und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer hat am Montag in Wien deutlich gemacht, dass die vor zwei Jahren übernommene Airline in Österreich das für 2011 gesteckte Ziel nicht erreichen wird. Das Ziel eines positiven Ebit werde heuer nicht erfüllbar sein, sagte Lauer.

Der Lufthansa-Manager stellte bei der Taufe eines Riesen-Airbus A380 der Lufthansa auf den Namen "Wien" in Schwechat aber auch klar, dass man nach der wohl "kleinen Verzögerung" dennoch "in angemessener Zeit" von der AUA Renditen erwartet. Er wies Sorgen um das Schicksal der AUA-Langstrecke zurück, falls es noch länger dauert. Niemand würde die Langstrecke rausnehmen.

"Selten habe ich Absurderes gelesen"

Wien sei für die Lufthansa ein Kernelement im Aufbau eines starken europäischen Airlineverbunds, sagte Lauer. Zu Medienberichten, die Lufthansa hätte die AUA gekauft, damit diese Airline mit ihrem Heimat-Hub Wien schrumpft und danach der Lufthansa-Standort München gestärkt würde, meinte Lauer, "selten habe ich Absurderes gelesen." Kein Mensch kaufe eine ganze Airline, übernehme eine Milliarde Schulden, um sie nur noch näher an den Untergang zu bringen.

"Wir sehen klares Potenzial. Die AUA hat Stärken, an denen wir interessiert sind." Lauer nannte unter anderem den Osteuropaverkehr. Lufthansa und AUA-Management seien aufs Heftigste bemüht, diese Gesellschaft wieder in den grünen Bereich zu kriegen. Freilich müsse ein Haus in Ordnung gebracht sein, bevor es wieder ans Wachstum gehe. Da sei in der AUA schon einiges bewegt worden. Und Fukushima oder Nahost werde niemand einem Management ankreiden.

Vom Pech verfolgt?

Die AUA-Spitze findet, dass sie heuer von besonderem Pech verfolgt ist: Durch die Krise in Nahost, die Folgen der Bebenkatastrophe in Japan, explodierende Spritpreise. Jetzt kämen neue Rezessionsängste hinzu, die den US-Markt und die Strecken dorthin beeinträchtigen könnten, sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth. Nach dem Verlust des ersten Halbjahrs hätte die AUA aber ein besonders gutes zweites Halbjahr gebraucht, um aus den roten Zahlen zu sein. Nun werde bloß "eine Herausforderung von der anderen abgelöst". Die operative Null-Linie heuer wäre "extrem ehrgeizig", und aus jetziger Sicht immer unwahrscheinlicher. Jedenfalls werde man aber besser abschneiden als 2010.

Lauer und Bierwirth drängten auf den Bau der dritten Piste in Wien. Für Lauer eine Standortfrage, die dem Flughafen Wien als Drehscheibe eine Perspektive gebe. Er verwies auf starke Konkurrenz außerhalb Europas, ohne die Saudi-Flughäfen und -Airlines beim Namen zu nennen. Verkehrsdrehscheiben dürften nicht zum "falsch verstandenen Exportschlager werden". Lauer beklagte ebenso wie Bierwirth die Belastungen durch die Ticketsteuer, durch die ein kleines Land relativ noch stärker getroffen werde. Die Lufthansa sorgt sich zudem vor neuen Wettbewerbsverzerrungen durch die Einbeziehung der EU-Airlines in den Emissionshandel.

Neuer AUA-Chef noch im Herbst

Die AUA bekommt nach dem überraschenden Absprung von Thierry Antinori unmittelbar vor seinem Amtsantritt noch im Herbst einen neuen Chef. Das bestätigte Lauer, der von einem Kandidaten aus der "ersten Liga" sprach. Der neue CEO werde seine Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen. Der AUA-Vorstand werde somit künftig aus drei Personen bestehen. Bisher hat die österreichische Gesellschaft mit Andreas Bierwirth und Peter Malanik einen Zweiervorstand.