Wiener Drogenring zerschlagen: 1500 Abnehmer ausgeforscht

Symbolbild Marihuana
(c) AP (JOHN D MCHUGH)

Die Bande soll die Wiener Marihuana-Szene monatelang mit Drogen versorgt haben. Zwölf Personen wurden verhaftet.

Eine österreichisch-serbische Tätergruppe soll die Wiener Marihuana-Szene monatelang mit Drogen versorgt haben. Mindestens 50 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von etwa einer halben Million Euro wurden seit März in Umlauf gebracht. Zwölf Verdächtige wurden festgenommen, insgesamt 30 Bandenmitglieder und 1500 Abnehmer ausgeforscht, teilte die Polizei am Dienstag mit. Bei 13 Hausdurchsuchungen wurden ein Kilogramm Marihuana sowie Heroin, mehrere tausend Euro Bargeld und gefälschte slowakische Reisepässe sowie Führerscheine gefunden.

Nach Angaben der Ermittler war der Rauschgifthandel bestens organisiert. Einer der führenden Köpfe der Bande betrieb offiziell einen Getränkehandel in Wien. Bei einem Subunternehmen dieser Firma konnte man mittels spezieller Codewörter - "OCB-papers", "ein Menü" oder "Mannerschnitten-plus" - die Drogen per Telefon und Internet bestellen.

Gleichzeitig mussten die Kunden auch Getränke und Naschereien um zehn Euro ordern, berichtete Dietmar Berger vom Landeskriminalamt: "So wurde doppelt verdient." Die Ware wurde durch eigene Fahrer zugestellt. "Der Andrang war so groß, dass zum Teil stundenlange Wartezeiten in Kauf genommen wurden", so die Polizei.

Nach monatelangen Ermittlungen, Observationen und Telefonüberwachungen wurden am 16. August zwölf Beschuldigte festgenommen. Rund 1500 Kunden sind ausgeforscht worden, die Befragungen stehen ganz am Anfang und werden noch Wochen dauern.

(APA)