Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Mit und ohne Wurm: Apples größte Erfolge und peinlichsten Fehlschläge

(c) EPA (JOHN G. MABANGLO)
  • Drucken

Viele unter Steve Jobs veröffentlichten Produkte erreichten Kultstatus. 1977 begann mit dem Apple II sie Erfolgsgeschichte Es gab aber auch ein paar faule Äpfel und Fehleinschätzungen.

Wien. „One more thing...“ ist ein Satz, der Apple-Fanherzen höher schlagen lässt. Denn sobald Steve Jobs diese Worte von sich gab, wurde es spannend. Viele so angekündigte Produkte wurden zu Hits. Gelegentlich passierten aber auch dem charismatischen Mann im zeitlosen Rollkragenpullover Fehleinschätzungen.

Die Erfolgsgeschichte beginnt 1977 mit dem Apple II. Entwickelt von Jobs' Weggefährten Steve Wozniak, wurde er einer der ersten erfolgreichen Kleincomputer. Schon damals setzte Apple auf einfache Bedienbarkeit und ein zu der Zeit ansprechendes Design. Bis in die Neunzigerjahre wurden noch Varianten des Apple II hergestellt.

Apple Lisa, benannt nach Steve Jobs' erster Tochter, wurde aber 1983 zum Flop. Lisa war zu teuer für die Zielgruppe, Geschäftskunden, die sich lieber dem IBM-PC zuwandten. 1982 hatte Steve Jobs die Entwicklung verlassen und übernahm unter Argusaugen das wohl wichtigste Projekt für Apple. 1984 wurde der Macintosh vorgestellt. Der für damalige Verhältnisse revolutionäre und leistbare Computer stach mit einer grafischen Benutzeroberfläche aus der textbasierten Konkurrenz hervor. Microsoft schaute sich davon einiges für Windows ab.

Apple boomte, aber Steve Jobs ging. Er schied 1985 nach einem internen Machtkampf aus, gründete die Computerfirma NeXT und das heute noch erfolgreiche Animationsstudio Pixar. In der Zwischenzeit musste Apple einige Fehlschläge wie 1993den Macintosh TV oder den Handcomputer Newton wegstecken. Jobs' NeXT wurde im Dezember 1996 von Apple aufgekauft, er selbst kehrte im Juli 1997 auf den Chefsessel der inzwischen maroden Firma zurück.

(c) DiePresse

Der Kult des „i“

Es folgte ein umstrittener, aber notwendiger Deal mit Microsoft. Der bisherige Erzfeind investierte 150 Millionen Dollar und rettete Apple damit. Wenig später, im Mai 1998, wurde der erste iMac vorgestellt. Das bunte Design spaltete die Gemüter, trug aber zum Erfolg der Produktgruppe bei, die es nach zahlreichen Neuauflagen weiterhin gibt. Ein anderes stylisches Modell, der würfelförmige G4 Cube, wurde 2000 aber zum Flop.

2001 kam das Betriebssystem Mac OS Xzur Welt. Es basiert auf NeXT-Technologie und trug einen wichtigen Teil zum Erfolg der modernen Mac-Computer und -Laptops bei. Letztere wurden vom iBook zum Macbook. Das „i“ behielt sich Apple für andere Geräte vor. Der Musikplayer iPod wurde zum Kassenschlager.

Ein neuer Reinfall kam 2005. Mit dem Rokr wurde ein Motorola-Handy präsentiert, das Funktionen der iTunes-Musikbibliothek beinhaltete. Es ebnete aber den Weg für das wohl wichtigste Produkt seit dem „Ur-Mac“. 2007 zog Steve Jobs das iPhone aus seinen Jeans. Das Smartphone wurde zum Kultgerät. Apple avancierte zum profitabelsten Handyproduzenten weltweit.

2010 kam das iPad auf den Markt. Das von Steve Jobs forcierte Tablet schuf ein neues Segment in der Branche, in dem viele Konkurrenten wildern wollen. An die iPad-Verkäufe kommen sie aber nicht heran.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2011)