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Die große Konferenzohne Teilnehmer

Die Afrikanische Union ist gescheitert: Kaum ein Staat Afrikas wollte bei der Geberkonferenz Geld lockermachen.

Die Afrikanische Union hatte einen großen Plan: Mit der Organisation einer Geberkonferenz der afrikanischen Staaten wollte sie es jenen Kritikern zeigen, die meinten, dass sich die Staaten Afrikas zu wenig im Kampf gegen die Hungerkrise im Osten des Kontinents engagierten. Bei der Konferenz sollten Geld gesammelt und Strategien ausgearbeitet werden, wie man Nahrungsmittelkrisen künftig schon frühzeitig entgegensteuern könne. Und die Afrikanische Union wollte klarstellen, dass Afrika Verantwortung für seine Probleme übernehmen könne.

Aufgegangen ist dieser Plan allerdings nicht, er ist gescheitert: Nur vier afrikanische Staats- und Regierungschef erschienen zur Konferenz – just aus jenen Ländern, die am schwersten von der Hungerkrise betroffen sind. Es komme nicht auf die „Dichte“ der erschienenen Staatsmänner an, meinte der Chef der Afrikanischen Union, der Gabunese Jean Ping – womit er recht hat. Vielmehr komme es darauf an, was am Ende des Tages an Hilfsgeld hereinkomme – auch damit hat er recht. Nur: Die wenigsten Staaten haben in die Tasche gegriffen und Geld aus ihren Haushalten losgeeist. Der Topf wäre beinah leer geblieben, hätte die Afrikanische Entwicklungsbank nicht 300 Mio. Dollar zugeschossen (gesamt kamen 356 Mio. zusammen).

Von einem „historischen Ereignis“ und dem „Beginn der afrikanischen Solidarität“ sprachen die Organisatoren. Bleibt zu wünschen, dass der Beginn schon bald seine Fortsetzung findet.

 

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2011)