OeNB: Frankenstärke verteuert Kredite um 10 Mrd. Euro

OeNB Frankenstaerke verteuert Kredite
OeNB Frankenstaerke verteuert Kredite(c) Erwin Wodicka
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Die Nationalbank appelliert an die betroffene Kunden und Banken nach Lösungen zu suchen. Die Zahl der Frankenkredite sank auf 210.000.

Der starke Schweizer Franken hat bei den Frankenkrediten im Privatbereich in Österreich bisher zu Buchverlusten von geschätzten 10 Milliarden Euro geführt. Dies wirke sich aber kurzfristig nicht aus, da die meisten dieser Fremdwährungskredite endfällig seien, hieß es seitens der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und der Finanzmarktaufsicht (FMA). Die meisten Frankenkredite seien mit Tilgungsträgern verbunden und weisen lange Restlaufzeiten auf. Der Großteil der Abreifungen bei Fremdwährungskrediten in Österreich werde frühestens ab dem Jahr 2020 einsetzen.

Kaum neue Frankenkredite

Die Neukreditvergabe von Frankenkrediten an Private kam erst seit 2008 durch Maßnahmen der österreichischen Aufsicht zum Erliegen. Seitens der Nationalbank wurde immer wieder zur Vorsicht vor dieser riskanten Finanzierung gemahnt. Auch jetzt kommt der Appell von der OeNB: Banken und Kunden sollten das Gespräch suchen und gemeinsam adäquate Lösungen finden. Dies müsse nicht immer eine Umschuldung sein, es seien auch andere Maßnahmen möglich. Die Zahl der Fremdwährungskredite in Österreich habe sich von 270.000 auf 210.000 bereits deutlich reduziert.

In Summe haben Österreichs Finanzinstitute also ein Fremdwährungskredit-Exposure von 176,9 Milliarden Euro, davon waren 80,0 Milliarden Euro an Tochterbanken österreichischer Institute in Osteuropa und 38,6 Milliarden als Direktkredite vergeben.Die Zahlen zu Osteuropa liegen per Dezember 2010 vor, so die OeNB. Die Belastung für Österreichs Finanzsystem durch eventuelle Ausfälle halte sich daher wohl in Grenzen, so die Aufseher.

Dass in Österreich die Fremdwährungskredite so verbreitet sind, dürfte auch die europäische Aufsicht, das ESRB (European Systemic Risk Board) interessieren. Die ESRB könnte sich noch heuer mit dem Thema beschäftigen.

(APA)

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