Für Aktionäre war der August ein schwarzer Monat. Franken- und Goldbesitzer brauchten gute Nerven, kamen allerdings glimpflich davon. Im Frankfurter DAX gibt es keine Aktie, die im Monatsvergleich im Plus liegt.
Wien/b. L. Mit Investments Geld zu verdienen war in den vergangenen Wochen nicht einfach. Die Börsen stürzten ab, und eine Zeit lang sah es so aus, als ließe sich auch mit den Krisenwährungen Schweizer Franken und Gold kein Geld mehr verdienen: Beide Kurse legten wilde Kapriolen hin und entfernten sich deutlich von ihren Allzeithochs. Wer die Nerven bewahrte, konnte mit Gold dennoch Gewinne erzielen und hat mit Franken zumindest nicht viel verloren.
Konkret haben Goldinhaber seit Anfang August 14,8 Prozent in Dollar oder 14,7 Prozent in Euro verdient. Dazwischen hat der Preis des glänzenden Edelmetalls eine Achterbahnfahrt hingelegt: Anfang August kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) knapp über 1600 Dollar, dann arbeitete sich der Preis auf mehr als 1900 Dollar vor und rutschte wieder auf 1750 Dollar ab. Am Freitag kostete eine Feinunze schließlich 1850 Dollar. Als Depotversicherung hat sich Gold damit bewährt: Im gleichen Zeitraum verloren Anleger aus der Eurozone mit Aktien im US-Index S & P 500 6,7 Prozent. Noch schlimmer war man mit österreichischen Aktien (minus 13,4 Prozent) oder deutschen Aktien (minus 19,7 Prozent) dran.
Auch der Schweizer Franken machte kurz vor der Parität zum Euro kehrt und schwächte sich ab, nachdem die Schweizerische Nationalbank Interventionen angekündigt hatte. Danach erholte sich die eidgenössische Währung aber wieder ein wenig. Ein Euro kostete zuletzt 1,11 Franken. Wer sein Geld in Franken geparkt hat, hat seit Anfang August zumindest nicht verloren (sieht man von den niedrigeren Zinsen ab).
Konsumgüteraktien mit Kursgewinnen
Im Frankfurter DAX gibt es keine Aktie, die im Monatsvergleich im Plus liegt. Im ATX sieht es besser aus. Immerhin fünf Werte verzeichneten Kursgewinne: das Papier des Baukonzerns Strabag (dank Aktienrückkäufen und überraschend guter Halbjahreszahlen), die „defensiven“ Titel Post und EVN, die Aktie des Anlagenbauers Andritz (sie hatte sich schon im Juli von ihrem Höchststand wegbewegt) und die OMV (die von der Aussicht auf eine Entspannung in Libyen profitierte). In der Schweiz konnten Anleger aus der Eurozone nur mit dem Agrochemiekonzern Syngenta und dem Pharmakonzern Roche Gewinne erzielen. In den USA waren es vor allem die Konsumgüterkonzerne, die sich im Monatsvergleich im Plus hielten. Zu den Gewinnern zählen etwa McDonald's, Coca-Cola, Procter & Gamble, Johnson & Johnson oder Kraft Foods.