Wie man als Privater auf Kursverfall spekuliert

Privater Kursverfall spekuliert
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Für Privatanleger, die in beide Kursrichtungen mitnaschen wollen, gibt es da ein besseres Instrument: Mit CFDs lassen sich auch Kursstürze zu Geld machen - allerdings hoch gehebelt und mit beträchtlichem Risiko.

Zumindest Anfang dieser Woche waren die Börsen nicht so schlecht unterwegs, aber der nächste Schwächeanfall kommt bestimmt. Da heißt es dann: eventuelle Gewinne in die Scheune und pausieren. Oder: auf Kursrückgänge spekulieren. Für Privatanleger ist das aber nicht ganz einfach: Zertifikate sind oft intransparent konstruiert und Gebührenfallen, Optionsscheine sind schwer beherrschbar, weil nicht nur vom Kurs des „Underlying“, sondern auch von Volatilität und Ablaufdatum beeinflusst. Und das klassische „Shorten“, also der Leerverkauf von Aktien, ist überall in Europa schon eingeschränkt. Zudem sind für die Aktienleihe recht fette Gebühren zu zahlen. Und man muss erst einen Broker finden, der Aktienleihe überhaupt anbietet.

Für Privatanleger, die in beide Kursrichtungen mitnaschen wollen, gibt es da ein besseres Instrument: CFDs (steht für Contract for Difference). Das sind Derivate, die den Kurs des Underlying (Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen etc.) praktisch eins zu eins abbilden und deshalb ähnlich leicht wie Aktien selbst zu handhaben sind. Mit dem Unterschied, dass man auch „short“ gehen kann. Und sehr niedrige Gebühren bezahlt.

Allerdings: Wer sich über CFDs, die sich besonders für kurzfristige Spekulation eignen, drübertraut, der sollte schon ein einigermaßen geübter Trader sein und vor allem Verlustbegrenzungs- und Moneymanagementtechniken sicher beherrschen. Denn mit dem Kauf eines CFD begibt man sich in die gefährliche Welt des Hebels: Man arbeitet mit „Margins“ zwischen zwei und zehn Prozent, „hebelt“ sein Investment also um das Zehn- bis Fünfzigfache. Im extremsten Fall bewegt man mit 2000 Euro Kapitaleinsatz an der Börse also 100.000 Euro. Das ist sehr komfortabel, wenn der Kurs in die richtige Richtung geht: Zwei Prozent Kursveränderung des „Underlying“ bringen bis zu 100 Prozent Gewinn auf das eingesetzte Kapital. Weniger lustig ist, dass das auch in die Gegenrichtung funktioniert: Da können zwei Prozent in die falsche Richtung den Einsatz ausradieren. Im Extremfall Nachschussverpflichtungen generieren, wenn ein sogenannter „Overnight Gap“ den Stopp Loss nicht an der gewünschten Stelle auslöst.

Wer es trotzdem versuchen will: CFD-Handel wird schon von vielen Internetbrokern angeboten. In Österreich etwa von Flatex und Brokerjet. Die zur Verfügung gestellten Handelsinstrumente (One Click Trading) sind sehr komfortabel. Der Handel mit solchen Kurzfristinstrumenten (CFDs werden meist nur einige Stunden bis einige Tage gehalten) erfordert aber viel Erfahrung, Wissen und Entschlusskraft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2011)


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