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Dritte Flughafen-Piste: Positiver Bescheid steht bevor

Dritte FlughafenPiste Positiver Bescheid
Symbolbild(c) Www.BilderBox.com
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Die UVP-Verhandlung über eine neue Landebahn für den Flughafen dauert noch bis Mittwoch an. Es wird ein ruhiger Ausklang erwartet, weil das kontroversielle Thema Lärmschutz bereits durchdiskutiert ist.

Schwechat/Gr. Heute, Punkt 9 Uhr, versammeln sich wieder Dutzende Behördenvertreter, Sachverständige und Flughafenangestellte im Schwechater „Multiversum“, einer Veranstaltungshalle mit rund 1500 Sitzplätzen. Dort werden sie aber großteils unter sich bleiben – denn die spannenden Teile der mündlichen UVP-Verhandlung über den Bau einer dritten Start- und Landepiste am Flughafen Wien sind am Freitag zu Ende gegangen.

Fragen wie jene der Abfalltechnik, der Hydrologie, der Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie jene auf die örtliche Landwirtschaft stehen von heute bis einschließlich Mittwoch noch auf dem Programm der Verhandlung – keine Publikumsrenner mehr, im Gegensatz zu den Fragen, die vergangene Woche diskutiert worden sind: Da ging es von Mittwoch bis Freitag nämlich praktisch ausschließlich um Lärmschutz.

 

Initiativen: „Eine Farce“

Drei Tage, an denen vor allem Details lärmmedizinischer Gutachten im Fokus der Fragen von Bürgerinitiativen wie der „Antifluglärmgemeinschaft“ oder der „Bürgerinitiative gegen Fluglärm in Wien West“ stehen. Diskutiert wurden am Mittwoch vor rund 150 Anwesenden etwa Fragen, warum Lärmgrenzwerte, die ein Sachverständiger für Krankenhäuser angesetzt hatte, nicht auch für Privathäuser gelten würden, in denen Kranke gepflegt werden. Mit – aus Sicht der Initiativen – bescheidenen Ergebnissen: „Eine Farce“ sei die Verhandlung, urteilt etwa Anwältin Suanne Heger, die für „Wien West“ spricht.

Wirklich große Erwartungen hatten die Teilnehmer aber von Anfang an nicht in das Umweltverträglichkeitsverfahren gesetzt: Um die Verhinderung einer dritten Piste gehe es noch den wenigsten der Initiativen, erklärten etwa Vertreter der „Arge gegen Fluglärm“ gegenüber der „Presse“: Ihnen ginge es vor allem darum, sicherzustellen, dass die Vereinbarungen, die 2005 zwischen Flughafen, Anrainergemeinden und Bürgerinitiativen abgeschlossen wurden, durch den UVP-Bescheid – der in den kommenden Monaten erwartet wird – nicht konterkariert würden.

Fix ist der Bau der dritten Piste aber auch dann nicht, wenn das Amt der niederösterreichischen Landesregierung mit einem positiven Bescheid grünes Licht gibt, was allgemein erwartet wird: Der scheidende Flughafen-Chef Christoph Herbst erklärte, die neue Piste wäre zwar wichtig für die Entwicklung des Unternehmens, „aber sie nicht zu bauen, wäre auch kein Beinbruch“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2011)