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Tirol: Türkische Unternehmer planen Privatgymnasium

Tirol Tuerkische Unternehmer wollen
(c) Clemens Fabry
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Die Schule soll in der Gemeinde Rum entstehen. Geht es nach den Initiatoren, beginnt der Unterricht schon im Jahr 2013. Derzeit befasst sich die Gemeinde mit dem Projekt.

Eine Gruppe türkischstämmiger Unternehmer plant in Tirol das erste gemischtsprachige Privatgymnasium im Land. "Um auch Migrantenkindern die Integration zu erleichtern", sagte Herbert Gaber zur "Tiroler Tageszeitung" (Montag). Der Immobilientreuhänder sucht derzeit im Auftrag der Initiatoren nach einem passenden Standort. Geht es nach ihnen, soll die Schule schon im Schuljahr 2013/14 starten.

Die Pläne sind jedenfalls schon weit gediehen: Bei der Gemeinde Rum im Bezirk Innsbruck-Land ist schon ein Konzept eingereicht worden, ein zum Verkauf stehendes Haus an der Bundesstraße gilt als möglicher Schulstandort. Der Antrag soll laut Bürgermeister Edgar Kopp Montagabend im Ausschuss behandelt werden. Schulerhalter soll ein Verein sein, der sich aus türkischstämmigen Unternehmern aus der Region zusammensetze. Dieser Verein soll aber erst gegründet werden, sobald das Projekt von der Gemeinde positiv beurteilt wurde.

Türkischunterricht zusätzlich

Laut Entwurf soll Türkisch zusätzlich zum normalen Unterricht angeboten werden - als Muttersprache für türkischsprachige und als lebende Fremdsprache für nicht-türkischsprachige Schüler: "Um Vorurteile und Barrieren in der Gesellschaft abzubauen", sollen laut Konzept "kulturelle Unterschiede und Besonderheiten" im Rahmen des Unterrichts herausgearbeitet werden, heißt es in dem Antrag.

Die wachsenden Herausforderungen des Zusammenlebens zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen "verlangen nach innovativen Lösungen", heißt es im Konzept. Man sei überzeugt, dass "besonders Kindern aus Migrantenfamilien bei entsprechender Ausbildung als künftige Entscheidungsträger und gute Staatsbürger eine große Bedeutung zukommen wird", hieß es weiter.

FPÖ: "Kein Beitrag zur Integration"

Verwundert über dieses Vorhaben zeigte sich der Tiroler FP-LAbg. Richard Heis in einer Stellungnahme. "Diese Initiative ist kein geeigneter Beitrag zu einer gelungenen Integration, sondern fördert islamische Parallelgesellschaften", meinte der Politiker. Jeder Schüler, der die Fähigkeiten mitbringe, solle allgemein- und berufsbildende höhere Schulen besuchen können - unabhängig von Nationalität und etwaigem Migrationshintergrund, fügte Heis hinzu.

(APA)