Kleines Glücksspiel: Nachwehen in SPÖ

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SP-Klubchef Rudolf Schicker hat in der "Presse" angekündigt, dass es kein Totalverbot des kleinen Glücksspiels geben wird. Die Glücksspielgegner in der Partei sind wenig erfreut, dass das Verbot gefallen ist.

Wien/Stu. In der Montagsausgabe der „Presse“ hat SP-Klubchef Rudolf Schicker angekündigt, dass es kein Totalverbot des kleinen Glücksspiels geben wird – obwohl der SP-Landesparteitag, das höchste Gremium der SPÖ, das so beschlossen hat. Diese Aussage sorgt nicht gerade für Begeisterungsstürme bei Nikolaus Kowall. Gemeinsam mit Verbündeten aus mehreren Bezirken hatten Kovall und seine Sektion 8 den Antrag zum Totalverbot des kleinen Glücksspiels auf dem Landesparteitag durchgebracht.

„Der Vorschlag geht zwar in unsere Richtung, also dass der Zugang durch die Ausweispflicht erschwert wird.“ Nachsatz: „Wir hätten in diesem Konzept gerne auch eine Spielerkarte, die ab einem gewissen Verlust gesperrt wird.“ Trotzdem bleibt Kowall bei seiner Meinung: „Ein Totalverbot des kleinen Glücksspiels ist die beste Lösung.“ Diese könnte, trotz aller Bedenken, auch in der Realität umgesetzt werden, ist der Jungfunktionär überzeugt.

Die Enttäuschung, dass es mit dem beschlossenen Totalverbot des kleinen Glücksspiels nichts wird, hält sich bei Kowall in Grenzen: „Ich bin lange genug in der SPÖ, um zu wissen, dass ein derartiger Parteitagsbeschluss nicht einfach so umgesetzt wird.“ Er habe zwar auf eine „substanzielle Veränderung“ bei diesem Thema gehofft, aber die Limitierungen seien immerhin ein kleiner Fortschritt: „Der Jugendschutz verbessert sich.“

Auch die FPÖ reagierte auf das „Presse“-Interview. Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein erklärte, dass der nicht amtsführende Stadtrat David Lasar nicht auf Kosten der Stadt nach Libyen geflogen sei, um in dem Konflikt, wie Lasar argumentiert hatte, zu vermitteln. „Wenn Klubobmann Schicker behauptet, das geschah auf Kosten der Stadt, dann ist das eine Lüge.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2011)