Die republikanischen Bewerber für die US-Präsidentschaft haben in einer TV-Debatte scharfe Kritik an Präsident Obama geübt. Wirtschaft und Arbeitsplätze standen im Zentrum.
Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber in den USA haben bei einer TV-Debatte am Mittwochabend (Ortszeit) die Wirtschaftspolitik von Präsident Barack Obama massiv kritisiert. Die Debatte im Sender MSNBC war die erste direkte Konfrontation zwischen den beiden Favoriten, dem texanischen Gouverneur Rick Perry und dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney. Beide waren bemüht, sich als bessere Experten in Sachen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zu präsentieren.
"Die Amerikaner suchen jemanden, der das Land wieder zum Laufen bringt", sagte Perry und verwies auf das wirtschaftlich erfolgreiche "Modell Texas". Dort seien in zehn Jahren über eine Million Jobs geschaffen worden.
"Unser Präsident versteht die Wirtschaft nicht. Ich schon", sagte Romney, der in der Vergangenheit auch in der Privatwirtschaft erfolgreich war. Mit Bezug auf Romneys Behauptung, er habe in Firmen, die er als Investmentbanker unterstützte, zehntausende Jobs geschaffen, sagte Perry, Romney habe tolle Arbeit geleistet, "Jobs im Privatsektor überall in der Welt zu schaffen". Er suggerierte damit, dass die Stellen vor allem im Ausland entstanden seien.
Obama will an diesem Donnerstag vor beiden Kongresskammern sprechen und neue Maßnahmen im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit vorlegen. Es wird erwartet, dass er ein Programm in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar zur Ankurbelung der Konjunktur vorlegt. Allerdings gibt es bereits Skepsis unter den Republikanern im Kongress.
Bachmann: Gesundheitsreform "Job-Killer"
Neben Perry und Romney waren auch der frühere Sprecher des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, und die Abgeordnete aus Minnesota, Michele Bachmann, auf dem Podium. Die Vertreterin der Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann, meinte, die Gesundheitsreform Obamas sei "ein Job-Killer" und müsse so schnell wie möglich abgeschafft werden. Außerdem warf sie Obama vor, mit seiner Außenpolitik die USA militärisch zu schwächen.
Insgesamt stellten sich acht Bewerber den Fragen der Moderatoren in der Ronald-Reagan-Bücherei in Simi Valley in Kalifornien. Die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze standen eindeutig im Zentrum der Debatte und drängten selbst Fragen zu Ausländer- und Sicherheitspolitik in den Hintergrund. Experten erwarten, dass die Wirtschaftspolitik zum alles entscheidenden Wahlkampfthema wird. Die Arbeitslosigkeit in den USA steht derzeit bei 9,1 Prozent.
Die Vorwahlen, bei denen die Republikaner sich für ihren Präsidentschaftskandidaten entscheiden müssen, beginnen Anfang nächsten Jahres. In jüngsten Umfragen liegt Perry deutlich vor dem bisherigen Favoriten Romney. Im November 2012 sind die Präsidentenwahlen.
(Ag.)