Zur Belebung der schlappe US-Wirtschaft hat der Präsident der Federal Reserve noch ein paar Pfeile im Köcher.
Unmittelbar vor der Rede von US-Präsident Barack Obamas über eine neues Jobprogramm hat die US-Zentralbank ihre Bereitschaft zum Eingreifen bekräftigt. Die Federal Reserve werde bei ihrer nächsten Sitzung über mögliche Mittel zur Stützung der Konjunktur beraten, sagte Notenbankchef Ben Bernanke am Donnerstag. Die Zentralbank sei "vorbereitet, diese Instrumentarien je nach Notwendigkeit einzusetzen, um vor dem Hintergrund der Preisstabilität eine stärkere Wirtschaftserholung voranzutreiben".
Bernanke unterstrich, dass der Aufschwung nach der Rezession "sehr viel weniger robust" ausgefallen sei als erhofft. Es sei aber zu erwarten, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehme. Die größte Volkswirtschaft der Welt war im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um gerade einmal 1,3 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal waren es lediglich 0,4 Prozent.
Der Notenbankchef warnte angesichts der kraftlosen Konjunktur vor einem zu scharfen Sparkurs der öffentlichen Hand. Man könne sich breit über die langfristige Rolle des Staates und seine Größe unterhalten, sagte Bernanke. "Angesichts fehlender Nachfrage des privaten Sektors könnte eine deutliche haushaltspolitische Konsolidierung auf kurze Sicht neue Hürden für das Wachstum und den Arbeitsmarkt bedeuten", sagte der Zentralbankchef.
Fed könnte wieder Geld drucken
Die Investmentbank Goldman Sachs rechnet unterdessen damit, dass die Zentralbank abermals in großem Umfang Anleihen kauft, um die Zinsen zu drücken und so die Konjunktur anzukurbeln. Entweder werde dies durch Umschichtungen in längerlaufende Titel geschehen oder durch eine Ausweitung der Fed-Bilanz - im Klartext also durch Gelddrucken, wie es die Notenbank seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise bereits zweimal getan hat. Goldman Sachs hält es für möglich, dass die Zentralbank schon bei seiner nächsten Sitzung im September sich zu einem solchen Schritt entschließt.
(APA)