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ORF: Weg frei für die TV-Direktorin

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(c) AP (LILLI STRAUSS)
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Kathrin Zechner hat sich offiziell für den Posten der Fernsehdirektion beworben. Wer die Landesstudios führen soll, ist indes noch nicht fix.

Der ORF bekommt eine Fernsehdirektorin: Kathrin Zechner, die Musicalintendantin der Vereinigten Bühnen Wien, hat sich für den Posten beworben. Das gaben die Vereinigten Bühnen am Freitag bekannt. Damit ist klar, was ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auch am Freitag noch nicht offiziell bestätigen wollte: Zechner übernimmt ab 2012 den neu geschaffenen Posten. Zechner war bereits von 1995 bis 2002 Programmintendantin des ORF. Aus dieser Zeit kennt sie auch Alexander Wrabetz, mit dem sie im Direktorium von Generalintendant Gerhard Weis zusammenarbeitete.

Die Bewerbungsfrist für das ORF-Direktorium endet am Freitag um Mitternacht - vorher will Wrabetz auch nicht verraten, wer oder wie viele Personen sich insgesamt beworben haben. Mit seiner Entscheidung will sich der ORF-General offenbar Zeit lassen: Seinen Vorschlag für das Direktorium könnte er den Stiftungsräten erst unmittelbar vor der Sitzung am kommenden Donnerstag präsentieren.

Götzhaber wohl Technischer Direktor

Viele der insgesamt neun Landes- und vier Zentraldirektorenposten sind aber schon so gut wie vergeben Richard Grasl bleibt Kaufmännischer, Karl Amon Radiodirektor und Michael Götzhaber soll Technikdirektor werden. Der 45-Jährige führte die Technik seit dem Ableben von Peter Moosmann bereits gemeinsam mit und Harald Kräuter und Karl Petermichl.

Der Schritt ist umstritten: Götzhaber hat als ORF-Betriebs- und Stiftungsrat am 9. August auch für Generaldirektor Wrabetz gestimmt. Von dem Posten als Stiftungsrat trat er diese Woche zurück, wie auch VP-Rat Helmut Krieghofer. Er will Landesdirektor in Tirol werden.

Widerstand in Tirol

Doch gegen Krieghofer gibt es offenen Widerstand: Am Freitag wandten sich die Redakteurssprecher des ORF Tirol, Georg Oberhammer und Margit Schuschou, in einer der APA übermittelten Stellungnahme gegen ein Avancement von Krieghofer. "Mit der Bewerbung des bisherigen Stiftungsrates Helmut Krieghofer als Landesdirektor steht die Möglichkeit im Raum, dass ein ehemaliger ÖVP-Landesgeschäftsführer an die Spitze des ORF Tirol rückt - ein Umstand, der in der öffentlichen Wahrnehmung als Vereinnahmung des ORF Tirol durch eine Partei wirken muss", heißt es darin. Auch Fritz Dinkhauser und die Tiroler Grünen hatten die mögliche Neubesetzung scharf kritisiert.

Landesstudios noch offen

Mit Spannung wird hingegen Wrabetz' Vorschlag für die ORF-Landesstudios erwartet, der dem Vernehmen nach noch nicht fixiert ist. Eine Überraschung dürfte es in Vorarlberg geben. Zunächst hieß es, Wolfgang Burtscher werde für zunächst zwei weitere Jahre im Amt bleiben. Das dürfte aber doch nicht passieren: Wrabetz will angeblich einen bisher noch nicht genannten Kandidaten präsentieren. Für die Burtscher-Nachfolge waren zuletzt Programmchef Matthias Neustädter sowie USA-Korrespondent Hanno Settele genannt worden, beide sollen aber nicht zum Zug kommen.

In Salzburg standen die Zeichen zuletzt auf Roland Brunhofer. Dem Vernehmen nach dürfte der rote Betriebsratsvorsitzende aus dem Landesstudio Oberösterreich das Rennen gegen die Salzburger ORF-Programmdirektorin Elfi Geiblinger machen.

Unklar ist die Entscheidung in Kärnten. Dort streiten sich FPK und BZÖ um die Nachfolge von Landesdirektor Willy Haslitzer: Das BZÖ wünscht sich "Kärnten heute"-Chefin vom Dienst Karin Bernhard als künftige Landesdirektorin, die FPK macht sich demnach für Programmdirektor Martin Weberhofer stark. Dem Vernehmen nach dürfte Wrabetz sich aber für Bernhard entscheiden, immerhin hatte er ja einen "signifikanten" Anstieg des Frauenanteils unter seinen Direktoren und Landesdirektoren angekündigt.

Wohl kein Wechsel im Burgenland

Dass sich Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp noch für die Leitung der burgenländischen Landesdirektion bewerben könnte gilt indes als unwahrscheinlich. Dort dürfte der amtierende Direktor Karlheinz Papst verlängert werden. Brigitte Wolf (Wien), Norbert Gollinger (NÖ), Gerhard Draxler (Steiermark), Wolfgang Burtscher (Vorarlberg) bleiben indes.

Die Nachfolge Zechners bei den Vereinigten Bühnen soll übrigens international ausgeschrieben werden. Die interimistische Leitung des Musicalsektors übernimmt VBW-Chef Thomas Drozda. Der Spielplan ist bis ins das Jahr 2015 konzipiert.

Zur Person

Kathrin Zechner wurde am 17. Mai 1963 in Graz geboren. Sie studierte Jus und arbeitete von 1986 bis 1991 als freie Mitarbeiterin beim ORF. Mit Gerhard Zeilers Hilfe wurde sie mit 28 Jahren Unterhaltungschefin beim Münchner Sender tele 5 und anschließend Programm-Managerin bei Endemol. Mit 31 Jahren holte Zeiler sie als Programmintendantin nach Wien zurück, im Jahr 1998 wurde sie von ORF-Generalintendant Gerhard Weis in dieser Funktion bestätigt. Erst unter Monika Lindner wurde sie von Reinhard Scolik abgelöst.

Seit 2004 war sie Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, ab 2012 kehrt sie nun auf den Küniglberg zurück. Politisch wurde Zechner von verschiedenen Medien immer wieder eher der SPÖ zugeordnet.

(APA/Red.)