Wiener Börse am Nachmittag - ATX 2,8 Prozent tiefer

Der ATX nimmt damit wieder Kurs auf die im Sommer gesehenen Jahrestiefs. Der Verbund gerät nach einer Gewinnwarnung stark unter Druck.

Die Wiener Börse hat sich am Freitagnachmittag sehr schwach gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2102,74 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 60,34 Punkten bzw. 2,79 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,34 Prozent, FTSE/London -0,65 Prozent und CAC-40/Paris -1,19 Prozent.

Nach der Erholung zur Wochenmitte ging es am Freitag erneut deutlich nach unten. Der ATX nimmt damit wieder Kurs auf die im Sommer gesehenen Jahrestiefs. In ganz Europa litten die Börsen weiter unter den Unsicherheiten um die künftige Konjunkturentwicklung. Auch das von US-Präsident Barack Obama am Vortag präsentierte Konjunkturprogramm brachte nicht die erhofften positiven Überraschungen. Zudem dürfte das Programm in dieser Form kaum vom US-Kongress verabschiedet werden, erwarten die Analysten der Commerzbank.

Vor diesem Hintergrund dürften viele Anleger etwaige Gewinne vor dem Wochenende sicherheitshalber mitnehmen. "Wir sehen heute ein typisches Freitag-Profit-Taking", sagte ein Aktienhändler in Wien. Der ATX wurden zudem von den starken Verlusten der schwer gewichteten Verbund-Aktie belastet.

Verbund fielen nach einer Gewinnwarnung am Nachmittag um 8,39 Prozent auf 23,00 Euro. Der Stromproduzent hatte am Vorabend in seinem Finanzausblick für 2011 ein Konzernergebnis von circa 380 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von rund 780 Millionen angekündigt.

Für 2012 erwartet der Verbund laut seinem Ausblick nur ein Konzernergebnis zwischen 450 und 500 Millionen "Der Ausblick für das nächste Jahr ist eine ganz herbe Enttäuschung", sagte der Erste Group-Analyst Christoph Schultes zur APA. Aufgrund von gestiegenen Strompreisen, besserer Wasserführung und gestiegenen Kapazitäten war von mehr auszugehen, erklärt der Experte. Auch die Aktie der am Verbund beteiligten EVN kam stark zurück und fiel um 3,09 Prozent auf 10,66 Euro.

Sehr schwach zeigten sich vor dem Hintergrund von Konjunkturängsten und Schuldenkrise auch die beiden Bankwerte. Erste Group fielen um 5,37 Prozent auf 22,47 Euro. Raiffeisen verloren 4,53 Prozent auf 26,35 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs hatten zuletzt ihre Kursziele für die beiden Aktien gesenkt. Das neue Kursziel für die Erste Group liegt bei 45,0 und jenes für Raiffeisen bei 41,00 Euro.

Unter den weiteren ATX-Schwergewichten fielen voestalpine um 3,26 Prozent auf 24,19 Euro. Gegen den Trend gesucht waren Andritz und stiegen um 1,25 Prozent auf 63,37 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 2164,27 Punkten, das Tagestief lag gegen 13 Uhr bei 2097,79 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 2,55 Prozent bei 1032,97 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market drei Titel mit höheren Kursen, 34 mit tieferen und einer unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 4090.902 (Vortag: 3.365.797) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 128,055 (82,73) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Verbund mit 843.773 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 39,14 Millionen Euro entspricht.

(APA)

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