Kabarett vom Feinsten

Die „Väter“ der Hypo-Pleite suchen die Schuld an der Malaise in Wien oder München – nur nicht bei sich selbst.

Kabarettisten haben es in Österreich bekanntlich schwer. Bei der Konkurrenz. Gestern beispielsweise hat der bekannte Humorist Stefan Petzner dem Kärntner Hypo-Ausschuss wieder einmal erzählt, dass die Notverstaatlichung der Hypo Alpe Adria nichts als eine Art ÖVP-Intrige gegen Kärnten und dessen freiheitliche Lichtgestalten gewesen sei. Jedenfalls aber komplett unnotwendig. Und dass das Institut, dessen Quasipleite die österreichischen Steuerzahler Milliarden kostet (und noch kosten wird), in Wirklichkeit von der Bayern LB an die Wand gefahren worden sei.

Man muss Milde walten lassen: Petzner ist als Mitarbeiter und „Lebensmensch“ jenes Landeshauptmanns politisch groß geworden, der die Landesbank für seine Prestigeprojekte missbraucht hat und unter dem das Land für die fatale Hypo-Expansionspolitik irrwitzige Haftungen einging. Er ist also Partei. Aber man sollte die Kirche im Dorf lassen: Die Hypo-Pleite ist ein Kärntner Skandal. Die Bankrotteure muss man nicht in Wien oder München suchen – die sitzen zum Teil jetzt noch auf fetten Posten in Klagenfurt.

E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2011)

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