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Schönborn für „radikalen Aufbruch“

(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Der Wiener Kardinal versucht einen Brückenschlag zur Pfarrerinitiative Helmut Schüllers und ruft im Mitarbeitermagazin seiner Erzdiözese zu Reformen auf – die nicht im Widerspruch zur Weltkirche stehen.

Wien/D.n./Red. „Die Kirche braucht einen radikalen Aufbruch, um den Menschen des 21. Jahrhunderts wirklich nahe sein und den Glauben verkünden zu können.“ Autor des Satzes ist nicht Helmut Schüller oder ein Mitkämpfer der Pfarrerinitiative. Autor ist Christoph Schönborn.

Der Kardinal ruft im Mitarbeitermagazin seiner Erzdiözese zu Reformen auf – die nicht im Widerspruch zur Weltkirche stehen. Eine Erneuerung der Kirche erhofft sich der Kardinal nicht von „Regeländerungen“ (Stichwort Zölibat). Es gehe darum, „die Türen als missionarische Kirche weit aufzumachen und in die Welt hinauszugehen“. Kirche sei kein Selbstzweck, Mission müsse Maßstab für alles sein. Schönborn skizziert den Ablauf der Strukturreform: Unter „breiter Beteiligung verschiedener Kräfte“ würden nun Schritte erarbeitet werden. „Etwa ab Ostern 2012“ soll es Vorgaben geben. Ziel: Zusammenlegung von Pfarren einerseits, Schaffung kleiner Einheiten andererseits. Die durch die Pfarrerinitiative entfachte Diskussion sieht er auch als Beweis der Lebendigkeit des Glaubens. Und, als Geste an die Initiatoren: „Die Vielfalt ist ein Geschenk, das einen weiten Raum in der Kirche öffnet, in dem so viel möglich ist. Ich verstehe, dass manche die Geduld verlieren, und bitte um Verständnis, dass auch ich sie nicht immer behalte.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2011)