Rechtzeitig zur Wiederaufnahme der umjubelten Vorjahresproduktion von Händels „Alcina“ erschien der Livemitschnitt aus dem Vorjahr.
Rechtzeitig zur Wiederaufnahme der umjubelten Vorjahresproduktion von Händels „Alcina“ erschien der Livemitschnitt aus dem Vorjahr. Es war einer der Coups, die Wiens neuem Operndirektor, Dominique Meyer, zum Einstand glückten: Erstmals seit einem halben Jahrhundert war die Wiener Staatsoper wieder zur Barock-Bühne geworden. Erstmals gastierte auch ein hausfremdes Orchester bei einer Eigenproduktion. Marc Minkowskis Musiciens du Louvre waren denn auch die unbestrittenen Stars des langen, aber doch kurzweiligen Abends. Die Verve und Eloquenz, mit der hier Händels Partitur zu neuem Leben erweckt wird, wirken tatsächlich mitreißend. Adrian Nobles Regie gibt den Sängern die Chance, sich in ästhetischem Ambiente ungestört zu entfalten – und die meisten machen davon auch Gebrauch, Anja Harteros vor allem, die die Titelpartie hinreißend schön singt. Wer’s also heuer nicht live schafft (die Aufführungsserie beginnt am 27. September), kann Versäumtes zu Hause nachholen.
Alcina, Arthaus.Musik, DVD 101571