Goldpreis rutscht wieder unter die 1800-Dollar-Grenze

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Der Preis des glänzenden Edelmetalls war zuletzt äußerst volatil. Mit einer echten Trendwende rechnen nur wenige.

Wien/Ag./B.l. Die Börsenkurse haben sich von ihrem Crash in der vergangenen Woche deutlich erholt, die Anleger sind offenbar wieder bereit, etwas mehr Risiko auf sich zu nehmen. Das Bekenntnis Deutschlands und Frankreichs, Griechenland zu helfen, und die Gerüchte, China werde der Eurozone zu Hilfe kommen, haben die Suche der Investoren nach einem sicheren Hafen für ihr Geld abflauen lassen.

Das ließ den Goldpreis am Donnerstag unter das Niveau von 1800 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) fallen. Analysten der Commerzbank glauben nicht, dass es noch viel tiefer gehen wird. Die Unsicherheiten in Bezug auf den weiteren Verlauf der Schuldenkrise im Euroraum würden nicht so schnell verschwinden. Auch höhere Zinsen, die Gold im Verhältnis zu verzinsten Anleihen unattraktiv machen würden, sind in nächster Zeit nicht wahrscheinlich.

Auch Bundesanleihen billiger

Das kurzfristig geschrumpfte Sicherheitsbedürfnis lässt sich auch an den gesunkenen Preisen für Anleihen ablesen: Die Rendite für zehnjährige deutsche Bundesanleihen stieg am Donnerstag vorübergehend wieder auf mehr als 1,9 Prozent an. In den Tagen davor war sie auf 1,7 Prozent gefallen. Steigende Renditen (aus Käufersicht) bedeuten sinkende Preise (aus Inhabersicht). Auch US-Anleihen verbilligten sich: Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries kletterte wieder über die Zweiprozentmarke. „Die Nachrichten zu Griechenland sind jedoch bloß ein Aufschub des Unvermeidlichen, nämlich des Zahlungsausfalls“, sagte Nordea-Analyst Morten Hassing Povlsen zur Agentur Bloomberg. „Wenn das passiert, werden die Renditen der Treasuries tief, tief sinken.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2011)

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