Kälte wirkt bei Tieren als „Jungbrunnen“. Sagt eine am Freitag präsentierte Studie.
Schon länger nicht mehr von sich hören gemacht, das Wort Warmduscher. Verwunderlich eigentlich, dass sich für Spekulanten, Defraudanten und Korruptionisten nicht der Begriff Kaltduscher durchgesetzt hat. War ja nur so eine kleine Anregung. Von der metaphorischen Verwendung des Wortes zur praktischen. Manche entdecken das Kaltduschen spät, werden durch ein schicksalhaftes Ereignis zu ihrem Glück gezwungen. Kalt duschen heißt nicht, einen lauen Wasserschwall mit vielleicht 28 oder 18 Grad Celsius an seinen Körper zu lassen. Kalt ist kalt. Kalt bedeutet jene acht Grad Celsius, mit denen das Wasser aus der Steiermark (sie lebe hoch!) in Wien ankommt. Schon einmal probiert? Nicht nur nach dem dritten Saunagang? Ehrlich bleiben!
Unbedingt empfehlenswert. Im Hahnumdrehen ist das Risiko von Wasser- und Zeitverschwendung auf ein Minimum reduziert. Es wird schon einen Grund haben, weshalb unser Schöpfer wollte, dass wir das Wasser kalt aus dem Boden schöpfen. Kommen Sie mir jetzt bitte nur nicht mit Island. Natürlich gibt es die eine oder andere verdächtige Weltgegend, in der Wasser warm oder heiß natürlich an die Oberfläche tritt. Die Folgen einer derartigen Verweichlichung sind gerade an Island leicht zu sehen. Die Wirtschaftsdaten des Landes sprechen Bände. Am Freitagnachmittag (Sie sehen, wie topaktuell dieses scheinbar zeitlose Kolumnenformat sein kann) platzte dann eine Agenturmeldung in den beschaulichen Redaktionsalltag. „Kälte als Jungbrunnen“, wurde da in die Welt posaunt. Na eben. Haben wird doch gleich gewusst.
Übrigens: Der Heizkessel zu Hause ist trotz der Hinhaltetaktik des Produzenten mittlerweile doch repariert. Selten eine warme Dusche so genossen.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2011)