Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

ÖBB-Inserate: Medien-Scharmützel zwischen "Österreich" und "Kurier"

Archivbild: Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter.
Archivbild: Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter.(c) APA
  • Drucken

Die Tageszeitung "Österreich" wirft "Kurier"-Chefredakteur Brandstätter vor, als Berater bei der ÖBB angeklopft zu haben. Dieser kündigt eine Klage gegen das Fellner-Blatt an.

Die Diskussion um eine mögliche Einflussnahme von Bundeskanzler Werner Faymann in seiner Amtszeit als Infrastrukturminister auf die Inseratenvergabe der ÖBB sorgt nun auch auf einem medialen Nebenschauplatz für Wirbel.

Die Tageszeitung "Österreich" und "Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter lieferten sich am Sonntag ein Scharmützel. "Österreich" warf Brandstätter vor, er habe vor seiner Zeit beim "Kurier" als Berater selbst Honorare bei den ÖBB kassieren wollen. Brandstätter kündigte daraufhin eine Klage an.

Beratung für Aliyev und Strasser-Umfeld?

"Österreich" schreibt am Sonntag, dass Brandstätter im Jahr 2009 laut zwei ÖBB-Insidern der ÖBB-Spitze ein schriftliches Angebot für eine Lobbying-Beratung unterbreitet habe. Demnach soll Brandstätter angeboten haben, das Image der ÖBB bei den ÖVP-Regierungsmitgliedern und der ÖVP selbst zu verbessern und Kontakte herzustellen. Brandstätter soll dafür fast 100.000 Euro gefordert haben, an dieser hohen Honorarforderung sei der Auftrag gescheitert.

Weiters schreibt "Österreich", dass Brandstätter auch den unter Mordverdacht stehenden kasachischen Botschafter Aliyev sowie Firmen im Umfeld des früheren Innenministers Ernst Strasser beraten habe.

Brandstätter: "Gewinne regelmäßig Klagen"

Brandstätter wies diese Darstellungen in einer Aussendung zurück und kündigte eine Klage an. Der "Kurier"-Chefredakteur betonte, dass er bereits gegen zwei "Unterstellungen" von Österreich erfolgreich geklagt habe. Die Brandstätter Business Communications (BBC), die er vor seinem Eintritt beim "Kurier" verkauft hat, habe Aliyev nie beraten. Ebensowenig habe er mit irgendeiner Firma im Umfeld Strassers kooperiert, betonte Brandstätter.

Bei der ÖBB sei nie Lobbying angeboten worden, "weil die BBC keine Lobbying-Agentur war. Es gab auch nie einen Vertrag über andere Beratungsleistungen." Die BBC habe regelmäßig österreichischen Unternehmen Beratungsleistungen für Medientrainings angeboten. Brandstätter hielt "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner vor, er "stellt regelmäßig über mich Behauptungen auf, von denen er weiß, dass sie falsch sind. Ich gewinne regelmäßig Klagen und werde auch den aktuellen Artikel einklagen."

(APA)