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Online-Spieler lösen Aids-Puzzle für Wissenschaft

Foldit
(c) University of Washington
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In wenigen Tagen gelang es mit dem Spiel Foldit ein Problem zu lösen, an dem Forscher seit Jahren arbeiten. Die Ergebnisse könnten eines Tages dazu beitragen, die Ausbreitung von HIV einzudämmen.

Computerspielern ist in wenigen Tagen gelungen, was Forscher seit Jahren nicht geschafft haben. Mit dem Online-Game Foldit konnten sie die Struktur eines Aids-Enzyms entschlüsseln, das für die Vervielfältigung des Immunschwächevirus HIV verantwortlich ist. Je mehr die Forscher über diesen Prozess wissen, desto eher könnten sie sich theoretisch einem Gegenmittel nähern, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Die Ergebnisse der Foldit-Lösung wurden im Journal Nature Structural & Molecular Biology (NSMB) veröffentlicht. Darin heißt es, dass menschliche Intuition bei der Lösung des Problems weit effektiver war als bisher genutzte automatisierte Systeme.

Spiel-Energie für Forschungsaufgaben

Foldit wurde 2008 an der Universität Washington entwickelt. Das Spiel soll durch Zusammenarbeit von Spielern dabei helfen, die dreidimensionale Struktur von Proteinen zu bestimmen. Dadurch lässt sich leichter bestimmen, wie diese Proteine ihre Aufgaben innerhalb lebender Zellen ausführen. Die Erfinder von Foldit sind der Auffassung, dass die immense Energie, zahlreiche Menschen in Computerspiele investieren, auf diese Weise gut kanalisiert werden und für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden kann. Es ist bereits das zweite Mal, dass Foldit-Ergebnisse Einzug in ein Wissenschafts-Journal erhalten.

(Red.)