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Libyen: Gaddafi-Milliarden in Zentralbank entdeckt

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Das Land befindet sich in einer besser Finanzlage "als anfangs erwartet". Die Staatsfinanzierung sei für ein halbes Jahr gesichert.

Der libysche Übergangsrat hat einem Zeitungsbericht zufolge in der Zentralbank in Tripolis Geld im Wert von umgerechnet mehr als 16 Milliarden Euro aus der Zeit des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi entdeckt. Die Summe sei in diesem Monat gefunden worden, meldete die britische Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf Regierungvertreter in London und Tripolis.

Der Finanzbeauftragte des Übergangsrates, Wafik Shater, sagte, das Gremium verfüge über genügend Geld, um das Land für bis zu sechs Monate zu finanzieren. "Wir befinden in uns in einer besseren Lage als anfangs erwartet."

Libyen fordert aber weiter die Freigabe von Guthaben im Wert von 170 Milliarden Dollar in der ganzen Welt. Die wichtigste Einnahmequelle des Landes ist der Export von Erdöl.

Gaddafis Regierungschef festgenommen

Der letzte Regierungschef Gaddafis, Al-Baghdadi Al-Mahmoudi, wurde am Mittwochabend in Tunesien festgenommen. Offizieller Grund war eine fehlende Einreisegenehmigung, wie das tunesische Innenministerium mitteilte.

Jufra eingenommen

Anhänger des Übergangsrates machen bei ihrem Kampf gegen letzte Gaddafi-Getreue nach eigenem Bekunden weiter Fortschritte. So seien das Gebiet Jufra und große Teile der Stadt Sebha eingenommen worden. Die Kämpfer hätten auch ein Depot mit chemischen Waffen unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher in Misrata. Seine Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden. Die Regierung Gaddafis sollte ihre chemischen Waffen eigentlich im Jahr 2004 im Rahmen der Versöhnung mit westlichen Nationen zerstören. Dabei verzichtete das Regime auch auf sein Atomprogramm.

(Ag.)