Vorstellung: Anne Teresa De Keersmaeker

Die nicht gerade für ihre politische Bühnenkunst bekannte Choreografin widmet sich einem historischen Thema.

40 Prozent Tanz, 40 Prozent Gesang, zehn Prozent Schönheit und ebenfalls zehn Prozent Klarheit: So kündigt der „steirische herbst“, der die Prozentzahlen erfunden hat, um sich von der Einteilung der Kunst in einzelne „reine“ Genres zu distanzieren, die Eröffnungsveranstaltung an: Anne Teresa De Keersmaeker, belgische Choreografin von Weltruhm und nicht gerade für ihre politische Bühnenkunst bekannt, hat sich diesmal eines historischen Themas angenommen: 1377 beauftragte Papst Gregor XI. seinen Kardinal Robert von Genf, der aufmüpfigen Stadt Cesena eine Lektion zu erteilen: Zwischen 4000 und 5000 Menschen fielen dem Massaker zum Opfer, der Papst triumphierte, aber sein Ansehen war dahin – und damit auch das seines Kardinals, der seinen Spitznamen „Henker von Cesena“ auch dann nicht loswurde, als er längst als Clemens VII. firmierte.

Er musste nach Avignon flüchten: Im Hof des dortigen Papstpalais wurde „Cesena“ – eine Kooperation mit Björn Schmelzer und seinem Vokalensemble Graindelavoix – erstmals gezeigt. Der „steirische herbst“ bringt eine überarbeitete Bühnenfassung erstmals indoor.

"Cesena": 23. und 24. 9., Helmut-List-Halle, Graz

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