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Facebooks neue Timeline als Fundgrube für Hacker

Facebook CEO Mark Zuckerberg addresses the audience while finishing his keynote address at the Facebo
(c) REUTERS (Robert Galbraith)
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Die neu vorgestellten Funktionen erhitzen die Gemüter. Experten warnen vor möglichen Informationsdiebstählen. Nutzer würden das Gratis-Angebot von Facebook mit ihren Daten bezahlen, warnt ein deutscher Datenschützer.

Seit Facebook vor wenigen Tagen neue Änderungen vorgestellt hat, reißen die Diskussionen darüber nicht ab. Während manche die neue Timeline, die das bisherige Profil ersetzen soll, in den höchsten Tönen loben, reagieren Datenschützer und Sicherheitsexperten alarmiert. Zwar nutzt die Timeline nichts, was nicht schon längst bei Facebook verfügbar ist. Die Darstellung erleichtert aber möglichen Angreifern das Sammeln von Informationen, sagt Chet Wisniewski, Sicherheitsexperte des Antivirenherstellers Sophos laut Computerworld.

Einfallstor für Social Engineering

Facebook bewirbt die Timeline seinen Nutzern als "die Geschichte deines Lebens" und fordert sie auf, eventuell leere Elemente zu ergänzen. Wisniewski sieht in der Präsentation ein mögliches Einfallstor für Angriffe auf Basis von Social Engineering. Dabei sammeln Kriminelle möglichst viele persönliche Daten, um dem späteren Opfer während der Attacke eine Vertrautheit vorzutäuschen. Die Daten könnten aber auch genutzt werden, um im Namen des Opfers an anderer Stelle aufzutreten, wird gewarnt. "Je mehr man dort eingibt, um es zu vervollständigen, desto leichter ist es für jemanden mit bösen Absichten, Informationen zu sammeln", sagt Wisniewski.

"Wir bezahlen mit unseren Daten"

Auch aus Deutschland kommt Kritik. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fürchtet, dass Facebook-Nutzer noch mehr die Kontrolle über ihre Daten verlieren. "Wenn wir in das Netzwerk reingehen, bezahlen wir kein Geld, sondern wir bezahlen eben mit unseren Daten. Und die sind offensichtlich ein einträgliches Geschäft, wenn man sich die geschätzten Börsennotierungen von Facebook anschaut", sagte Caspar dem Sender NDR Info.

(db)