Wettbewerb. Europäische Kommission verdächtigt zehn Gasunternehmen des Missbrauchs ihrer Marktmacht.
Brüssel. Beamte der Europäischen Kommission haben in den Büros der OMV Razzien wegen des Verdachts des Marktmachtmissbrauchs und der Wettbewerbsbehinderung durchgeführt. Das bestätigte ein Sprecher des börsenotierten österreichischen Öl- und Gaskonzerns auf Anfrage der „Presse“.
Die EU-Wettbewerbshüter haben in zehn mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten solche unangekündigten Prüfungen durchgeführt, „auch bei österreichischen Unternehmen im Gasbereich“, wie der OMV-Sprecher erklärte. „Wir kooperieren selbstverständlich mit den Behörden und unterstützen diese bei ihren Nachprüfungen“, fügte er hinzu.
Die Kommission verdächtigt in ihrer Rolle als Hüterin des fairen Wettbewerbs die Gasunternehmen, einseitig oder durch illegale Absprachen die Konkurrenz im „Upstream Supply Level“, also bei der Beschaffung von Erdgas, behindert oder verzögert zu haben. Es gehe um Unternehmen, die in „Versorgung, Transport und Speicherung von Erdgas“ tätig sind, teilte die Kommission mit. Die EU-Behörde verdächtigt die Konzerne, sich die Märkte aufgeteilt, Hindernisse für Konkurrenten beim Zugang zu Pipelines errichtet und ihre Preise künstlich hochgetrieben zu haben.
„In den meisten Ländern war es die erste Wettbewerbsprüfung der Kommission auf dem Energiesektor“, erklärte die Behörde. „Und in manchen war es die erste Wettbewerbsprüfung überhaupt.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2011)