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EU-Kommission nimmt erstmals türkische Beamte auf

Tuerken duerften kuenftig EUKommission
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Bis zu acht türkische Beamte werden als nationale Experten nach Brüssel entsendet. Ankara spricht von einem "Meilenstein".

BRÜSSEL/go. Die Europäische Kommission öffnet ihre Tore für türkische Beamte. Am Mittwoch unterzeichneten Egemen Bağış, der türkische Minister für EU-Angelegenheiten, und Maroš Sefčovič, der für Personalfragen zuständige EU-Kommissar, in Straßburg ein Abkommen, demzufolge bis zu acht türkische Staatsbeamte als nationale Experten in den Generaldirektionen der Kommission arbeiten werden, sagte der Sprecher von Sefčovič auf Anfrage der „Presse“.
Die türkische Regierung nannte dies in einer Aussendung einen „Meilenstein“, da „Türken eine Rolle in der Gestaltung der künftigen Politiken und Gesetzgebung der EU haben werden“.

Bereits jetzt arbeiten zwei Türken als Vertreter ihres Staates im Joint Research Centre der Kommission in Brüssel. Insgesamt sind laut Sefčovič' Sprecher derzeit 63 nationale Experten aus Nicht-EU-Ländern tätig. 40 davon sind Norweger. Denn einige norwegische Beamte hatten schon vor dem gescheiterten Referendum über den EU-Beitritt im Jahr 1994 ordnungsgemäß für die Kommission zu arbeiten begonnen und damit dienstrechtliche Ansprüche erlangt.

Nationale Experten können für höchstens sechs Jahre in der Kommission bleiben; ihre Gehälter werden von den entsendenden Staaten bezahlt, so auch im Fall der türkischen Beamten. Die Generaldirektionen entscheiden selber, wen sie aufnehmen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. „Man wird wohl kaum einen Chinesen in die Anti-Dumping-Abteilung der Generaldirektion Handel setzen“, veranschaulichte ein Kommissionsbeamter gegenüber der „Presse“ die Denkweise dahinter.

(Ag.)