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Springer an "Krone" und "Kurier" interessiert

Springer will Teile WAZGruppe
(c) Dapd (Sascha Schuermann)
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Axel Springer hat für Teile der WAZ-Gruppe ein unverbindliches Angebot abgegeben. Erhebliches Interesse besteht angeblich an den "Kronen Zeitung"- und "Kurier"-Beteiligungen.

Axel Springer greift einem Magazinbericht zufolge nach der auch in Österreich stark vertretenen deutschen WAZ-Gruppe. Springer-Chef Mathias Döpfner habe den Inhabern des Zeitungskonzerns vor wenigen Tagen eine schriftliche Übernahmeofferte unterbreitet, berichtete das "Manager Magazin" am Freitag. "Axel Springer hat für Teile der WAZ-Gruppe ein unverbindliches Angebot abgegeben", konkretisierte eine Springer-Sprecherin daraufhin den Bericht.

Derzeit ist die WAZ im Besitz der Nachkommen der Gründer. 50 Prozent halten die drei Töchter von Jakob Funke, 50 Prozent die drei Enkelkinder von Erich Bost. Petra Grotkamp, eine der Funke-Töchter und Ehefrau des ehemaligen WAZ-Chefs Günther Grotkamp, hat im August den Bost-Erben 470 Millionen Euro für deren Hälfte angeboten. Dieses Übernahme-Angebot wird geprüft.

Springer habe vor allem Interesse an bestimmten Teilen der WAZ, ein Gebot für die gesamte WAZ-Gruppe "würden wir heute nicht prinzipiell ausschließen wollen". Allerdings gebe es dabei "große kartellrechtliche Hürden", zitierte das "Manager Magazin" aus der Offerte. Die Bewertung der gesamten WAZ-Mediengruppe läge bei 1,4 Mrd. Euro.

200 Millionen Euro für Mediaprint-Anteile

In Österreich ist die WAZ über die Mediaprint mit 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" und mit 49,4 Prozent am "Kurier" beteiligt. Laut "Manager Magazin" hat Springer ein "erhebliches Interesse" am Kauf dieser WAZ-Anteile. Allein für die Beteiligung an den zwei österreichischen Medienhäusern wäre das Unternehmen bereit, insgesamt 200 Millionen Euro zu zahlen. Springer geht davon aus, dass der Wiener Mediaprint-Verlag "bei Umsatzerlösen in 2011 von rund 460 Millionen Euro eine nachhaltige Ebitda-Marge von 10 bis 15 Prozent erwirtschaften kann."

WAZ-Großaktionärin weist Angebot zurück

Petra Grotkamp erteilte Springer in einer schriftlichen Stellungnahme jedoch postwendend einen Korb. "Frau Petra Grotkamp weist das unaufgeforderte Angebot der Axel Springer AG nachdrücklich zurück", heißt es in der Erklärung ihres Rechtsvertreters. Die angefragten Geschäftsbereiche stünden "nicht zur Disposition". Die in dem Angebot enthaltenen Bewertungen "sind unzutreffend". Des weiteren gäbe es "erhebliche kartellrechtliche Bedenken".

 

(APA/Red.)