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Ende der Bieterschlacht: WAZ lässt Springer abblitzen

Symbolbild
WAZ lässt Springer abblitzenAP
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Keine neuen Eigentümer für "Kronen Zeitung" und dem "Kurier" - die deutsche WAZ-Gruppe wies das "unaufgeforderte Angebot der Axel Springer AG nachdrücklich zurück".

Der Springer-Konzern stößt mit seinem Übernahmeangebot für die WAZ-Gruppe, die in Österreich über die Mediaprint an der "Kronen Zeitung" und dem "Kurier" beteiligt ist, auf Widerstand. Wie das WAZ-Online-Portal "Der Westen" am Samstag berichtete, erteilte eine der drei Anteilseignerinnen der zu 50 Prozent an der WAZ beteiligten Funke-Gruppe, Petra Grotkamp, der Offerte eine Absage. Demnach wies Grotkamp das "unaufgeforderte Angebot der Axel Springer AG nachdrücklich zurück" und verwies in diesem Zusammenhang auf vertraglich vereinbarte Vorkaufsrechte der WAZ-Gesellschafter untereinander. Zugleich bekräftigte Grotkamp ihre Absicht, den 50-Prozent-Anteil der Familie Brost an der WAZ kaufen zu wollen, für den sich auch Springer interessiert.

Springer würde 800 Millionen zahlen

Die WAZ bestätigte zugleich in "Der Westen" den Eingang eines fünfseitigen Schreibens von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner an die WAZ, wonach sein Konzern bereit sei, für die Essener Konkurrenz 1,4 Mrd. Euro zu bieten. Für die WAZ-Beteiligungen in Österreich und Thüringen sowie die "Braunschweiger Zeitung" und weitere Beteiligungen würde Springer demnach 800 Mio. Euro zahlen wollen. Diese Teile der WAZ-Gruppe könnten für Springer Medienberichten zufolge besonders interessant sein.

Änderungen in der WAZ-Eigentümerstruktur

Das Springer-Angebot wurde mitten in ohnehin anstehende Änderungen der WAZ-Eigentümerstruktur platziert. Bisher gehört der Essener Konzern jeweils zur Hälfte den Erben der beiden Unternehmensgründer Erich Brost und Jakob Funke. Die Enkel Brosts wollen ihren 50-Prozent-Anteil aber verkaufen, wofür Grotkamp nach einem Bericht des "Manager-Magazins" 470 Millionen Euro geboten hat. Die Funke-Erbin stuft den Wert der gesamten WAZ-Gruppe insgesamt laut "Der Westen" auf gut 900 Mio. ein, also 500 Mio. Euro niedriger als die Springer-Offerte.

Grotkamp verfügt bisher über ein Drittel der Anteile der Funke-Gruppe, also ein Sechstel des Konzerns insgesamt. Die übrigen Funke-Anteile gehören Schwestern Grotkamps. Eine Übernahme besonders von deutschen Regionalzeitungen der WAZ durch Springer könnte auch auf kartellrechtliche Probleme stoßen.

(APA/AFP)