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Man arrangiert sich in Kairo

Armee und Moslembrüder scheinen sich langsam miteinander abzufinden.

Langsam dürfte es Ägyptens jungen Revolutionären dämmern, dass der Sturz von „Pharao“ Hosni Mubarak im Februar die leichtere Übung war. Ein mächtiger Militärrat nahm die Stelle des Diktators ein. Und diesem Militärrat, dessen Köpfe auch die Privilegien der eigenen Kaste sichern wollen, müssen nun in einem zähen Kräftemessen die Reformen Scheibchen für Scheibchen abgetrotzt werden.
Nicht zum ersten Mal ist dies offenbar gelungen, durch Proteste auf dem Tahrir-Platz, aber auch durch einen angedrohten Wahlboykott – von dem die Moslembrüder aber schon zugeben, dass sie ihn nie ernst meinten. Das ist erstens nicht überraschend – sie haben bei der Wahl beste Aussichten – und zweitens wohl auch der Armee bewusst gewesen.

So, wie es aussieht, können vom Einlenken der Generäle in Sachen Wahlrecht aber wiederum die Muslimbrüder am meisten profitieren. Unter Mubarak waren Armee und Islamisten erbitterte Gegner – nun scheint man sich immer besser zu arrangieren.


helmar.dumbs@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2011)