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Fotopionier Kodak droht Insolvenz

(c) Reuters (STR)
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Der schwer angeschlagene US-Konzern Eastman Kodak braucht dringend Geld. Das Management will daher 1100 firmeneigene Patente in Milliardenhöhe verkaufen. Vorher müsste Kodak allerdings Insolvenz anmelden.

Wien/Bloomberg. Es ist eine Ironie des Schicksals: Der schwer angeschlagene US-Konzern Eastman Kodak braucht dringend Geld. Daher will das Management 1100 firmeneigene Patente verkaufen, die in Summe auf drei Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) geschätzt werden. Um diese Patente verkaufen zu können, müsste Kodak jedoch vorher Insolvenz anmelden müssen. Andernfalls könnten die Verkäufe bei einer trotz Patentverkauf eintretenden Insolvenz als „betrügerisch“ eingestuft und von den Kodak-Gläubigern vor Gericht angefochten werden.
Laut Firmeninsidern berät sich Kodak daher bereits mit einer auf Restrukturierungen spezialisierten Beratungsagentur über die mögliche Insolvenz. Aller Voraussicht nach würde diese unter jener Passage des US-Insolvenzrechts erfolgen, die dem Management eine Restrukturierung aus eigener Kraft ermöglicht (Chapter Eleven). Von Kodak selbst wurde eine entsprechende Meldung zwar dementiert – allerdings mit einer engen zeitlichen Einschränkung: „So wie wir hier heute sitzen, gibt es keinen Plan bei Kodak, Insolvenz anzumelden.“
Die Kodak-Aktionäre reagierten am vergangenen Freitag jedoch bereits panisch. Die Aktie fiel kurz vor Börsenschluss um 54 Prozent.

Börsewert um 30 Mrd. gesunken

Dem Fotopionier Kodak brechen seit dem Durchbruch der Digitalfotografie Kunden und Geschäft weg. Der Umsatz hat sich seit 2005 auf 7,2 Mrd. Dollar halbiert, unter dem Strich schreibt der Konzern Verluste. Der Marktwert des einstigen Börsenschwergewichts fiel seit dem Höchststand im Jahr 1997 um über 30 Mrd. Dollar auf nur noch 200 Mio. Dollar.
Durch den Verkauf der Firmenpatente (ein Interessent soll Google sein) will Kodak die bereits seit Längerem geplante Umstrukturierung zu einem Druckspezialisten finanzieren. Bisher brachte auch dieser Strategieschwenk nur Verluste.