Wiener Linien: Jahreskarte im Europavergleich "eher billig"

Ein Blick in andere europäische Städte zeigt, dass die Wiener mit 449 Euro pro Jahr bereits jetzt vergleichsweise günstig öffentlich unterwegs sind.

Die rot-grüne Stadtregierung ringt derzeit um eine Reform der Wiener Öffi-Tarife. Dabei soll - womöglich bei einer gleichzeitigen Verteuerung von Kurzfahrscheinen - die Jahreskarte künftig billiger angeboten werden. Ein Blick in andere (west-)europäische Städte zeigt allerdings, dass die Bundeshauptstädter mit 449 Euro pro Jahr bereits jetzt vergleichsweise günstig mit U-Bahn, Bus oder Bim unterwegs sind.

1400 Euro pro Jahr in Dublin

Zu den Spitzenreitern in Sachen Öffi-Preise zählen laut einer Statistik der Wiener Linien u.a. Dublin und London. In der irischen Hauptstadt berappen Fahrgäste 1416 Euro für 365 Tage, in der britischen Metropole sind es 1246 Euro.

Ebenfalls merklich kostspieliger ist die Jahreskarte in nordischen Citys wie Oslo (914 Euro), Stockholm (795 Euro) oder Kopenhagen (524 Euro).

In Amsterdam kommt eine Dauernetzkarte auf 780 Euro, in Berlin schlägt sie mit 695 Euro, in Paris mit 634 Euro zu Buche.

Auf ähnlichem Niveau wie in Wien fährt man hingegen in Athen durch die Stadt, wo die Jahreskarte 450 Euro kostet. In Brüssel und Helsinki verlangen die Verkehrsbetriebe 478 bzw. 479 Euro.

Günstiger als hierzulande sind Öffi-Fahrgäste beispielsweise in Portugal und Italien unterwegs. So muss man für ein Ganzjahresticket in Lissabon 406 Euro bezahlen, in Rom sind es gar nur 230 Euro.

Preise zum Teil Richtwerte

Osteuropäische Hauptstädte wie Prag, Budapest oder Warschau scheinen in der Statistik der Wiener Linien nicht auf. Dies argumentieren die Verkehrsbetriebe mit der Vergleichbarkeit. Die Tarife seien in den genannten Metropolen sicherlich günstiger als in Westeuropa bzw. in Wien, allerdings sei auch die Kaufkraft dort wesentlich geringer, so ein Sprecher. Sprich: Die Menschen haben auch weniger Geld im Börsl.

Die von den Wiener Linien angeführten internationalen Preise sind teils Richtwerte. Denn in diversen Städten sei das Öffi-Netz in unterschiedliche Zonen eingeteilt, weshalb man die Tarife so berechnet habe, dass man mit unterschiedlichen Verkehrsträgern und im tatsächlichen Stadtbereich - also sozusagen innerhalb der Kernzone - unterwegs sein könne, erklärte der Sprecher. Außerdem gibt es deutliche Unterschiede in der Netzdichte. So verfügt etwa Rom nur über zwei U-Bahn-Linien, in Paris brausen 14 durch den Untergrund.

(Schluss) rie/mac/km

(APA)

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