Schweizer Devisenreserven steigen stark

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Die Devisenreserven der Schweizer Nationalbank erreichten im September einen Rekordwert. Die Schweizer bekämpfen den starken Franken. Wechselkursveränderungen hätten den Devisenbestand beeinflusst.

Zürich/Bloomberg. Die Fremdwährungsbestände der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im vergangenen Monat auf ein Rekordvolumen gestiegen. Die gemäß den Vorschriften des Internationalen Währungsfonds (IWF) berechneten Reserven kletterten bis Ende September auf 282,4 Mrd. Franken (228,27 Mrd. Euro), verglichen mit 253,4 Mrd. Franken im Vormonat. Aus den Zahlen lässt sich aber nicht ablesen, ob und in welchem Volumen die Nationalbank zur Durchsetzung des Wechselkurszieles von mindestens 1,20 Franken pro Euro im großen Stil Devisen kaufen musste. Ein Sprecher des Instituts sagte, Wechselkursveränderungen hätten den Devisenbestand beeinflusst. Im September hatte SNB-Präsident Philipp Hildebrand zugesichert, die Franken-Obergrenze gegenüber dem Euro „mit allen Mitteln“ zu verteidigen, indem die Notenbank gegebenenfalls unbegrenzte Mengen an Währungen aufkauft.

Eine Verschlimmerung der Euroraum-Schuldenkrise würde die SNB zu „massiven Käufen zwingen“, so UniCredit-Analyst Alexander Koch. Nach der Meldung über die Devisenreserven gab der Franken am Donnerstag nach. Er wurde bei 1,2375 Franken je Euro um 0,4 Prozent niedriger gehandelt. Die Schweizer Währung gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Dahinter steckt die Spekulation, dass es den Regierungen des Euroraums nicht gelingt, die Schuldenkrise einzudämmen. Seit Einführung der Obergrenze hat die Schweizer Währung die Marke von 1,20 Franken je Euro gehalten.

Nach Ansicht der Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft, Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, ist der Franken weiterhin zu stark. Das Eingreifen der Nationalbank habe Stabilität gebracht. Doch der Mindestkurs von 1,20 entspreche nicht dem Verhältnis zur Kaufkraft. „Viele Firmen, insbesondere jene, die hauptsächlich in den Euroraum exportieren, sind weiterhin in einer schwierigen Situation“, erklärte die Staatssekretärin. Die Maßnahmen einiger Unternehmen, die ihre Mitarbeiter länger arbeiten lassen oder in Euro entlohnen, seien gerechtfertigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2011)

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