SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas nannte Verteidigungsminister Darabos einen "Reformminister". Der FPÖ-Abgeordnete Mario Kunasek ist empört: "Das sind Berufsheer-Träume auf Kosten der Soldaten."
Die jüngste Stellungnahme von Laura Rudas sorgt bei FPÖ-Nationalratsabgeordneten Mario Kunasek für Kopfschütteln: "Die Bezeichnung Darabos' als 'Reformminister' ist ein schlechter Scherz, außer man hält roten Postenschacher und das Eliminieren von unliebsamen Kritikern für sinnvolle Reformen", sagte Kunasek in Richtung der SP-Bundesgeschäftsführerin am Montag.
Rudas hatte den Auftritt von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag positiv bewertet - entgegen der Kritik der übrigen Parteien. Er arbeite als "Reformminister engagiert daran, die Strukturen im Österreichischen Bundesheer effizient und modern zu gestalten", so Rudas.
"Berufsheer-Träume auf Kosten der Soldaten"
"Durch diese Pressemitteilung hat Frau Rudas erneut bewiesen, dass sie vom Thema Bundesheer absolut keine Ahnung hat", erklärte Kunasek. Der Abgeordnete betonte außerdem das "hochprofessionelle Niveau und international hohe Ansehen" des österreichischen Heeres. "Das wollen Bundesminister Darabos und Rudas anscheinend nicht wahrhaben und leben daher ihre Berufsheer-Träume auf Kosten der tausenden Berufssoldaten munter weiter", so der freiheitliche Mandatar.
"Durch die Wehrpflicht wird gewährleistet, dass sich junge Männer aus allen Bildungsschichten mit dem Bundesheer auseinandersetzen und ihr Wissen und ihre Erfahrung in den Dienstbetrieb einfließen lassen", verteidigte Kunasek den sechsmonatigen Grundwehrdienst.
Darabos bleibt bei Profi-Heer-Forderung
Darabos hatte am Sonntag erneut für eine Reform des Bundesheeres hin zu einem Profi-Heer plädiert. "Das von mir vorgeschlagene Mischsystem aus Berufsheer und Freiwilligenmiliz bringt gleiche, wenn nicht bessere Leistungen für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung", sagte der Minister. Mit der Etablierung von drei Pilotprojekten ab dem kommenden Jahr werde man den Beweis antreten, dass eine Umstellung möglich und sinnvoll ist.
(APA/Red.)