Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Athen dementiert Panzer-Deal mit den USA

Athen Panzerkauf derzeit nicht
Symbolbild(c) AP/Karim Kadim
  • Drucken

Griechenland werde in nächster Zeit keine Panzer kaufen, verkündete das Verteidigungsministerium. Es soll aber Verhandlungen mit den USA über den Kauf von 20 Amphibien-Fahrzeugen geben.

Das Verteidigungsministerium in Athen hat einen Bericht dementiert, wonach Griechenland den Ankauf von 400 gebrauchten US-amerikanischen Panzern plane. Ein solches Geschäft sei "derzeit nicht vorgesehen", teilte das Ministerium auf Nachfrage von "Spiegel Online" am Dienstag mit.

In der Vorwoche hatte das "Hellenic Defence & Technology"-Magazin, das dem griechischen Verteidigungsministerium nahesteht, über ein angeblich schon fixiertes Geschäft zwischen Griechenland und den USA berichtet. Demnach wollte die US-Regierung 400 gebrauchte Panzer des Typs M1A1 Abrams verkaufen - zu einem vergleichsweise niedrigen Preis.

Mit den Geräten könnten deutlich ältere Panzer ersetzt werden. Derzeit hat die griechische Armee Kampfpanzer der Modelle M48 und M60 in Gebrauch. Auch deutsche Leopard-Geräte zählen zu ihrem Bestand. Die Anschaffung neuer Fahrzeuge würde dem Militär auf lange Sicht günstiger kommen, hieß es in der Vorwoche.

Geschäfte wie mit Tintenstrahldruckern

In regierungskritischen Blogs wurdedas Geschäftsmodell mit jenem von Tintenstrahldruckern verglichen: Die Panzer seien - so wie diese Drucker - billig in der Anschaffung, aber kostspielig in der täglichen Anwendung. Hinzu kämen die Kosten für die Überholung, Wartung und Modernisierung der Fahrzeuge. Das "Hellenic Defence & Technology"-Magazin nannte hierfür einen Betrag in der Höhe einer zweistelligen Millionen-Summe.

Amphibien-Fahrzeuge im Gespräch

Treffen die Informationen des Magazins zu, soll Athen auch eine Anfrage für 20 Amphibien-Fahrzeuge vom Typ AAV7A1 gestellt haben. Insgesamt sollen bis zu 100 schwimmfähige, gepanzerte Truppentransporter geordert werden. Über ihren Preis ist bisweilen nichts bekannt.

Angesichts der drohenden Staatspleite hatte die Regierung in Athen noch vor Monaten angekündigt, bei seinen Militärausgaben "kolossal" sparen zu wollen. Laut Verteidigungsminister Evangelos Venizelos sollten die Ausgaben um 25 Prozent gesenkt werden. Im Haushalt für das Jahr 2011 waren bisher aber nur Kürzungen um 12,6 Prozent vorgesehen. Geht es nach Venizelos sollen sechs Milliarden Euro für die Verteidigung des Landes ausgeben werden - rund 4,8 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts. Damit läge das Land aber immer noch deutlich über dem OECD-Schnitt von 1,7 Prozent.

(APA/Red.)