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Letzter Geburtstag als OGH-Präsidentin

Irmgard GrissFoto: Clemens Fabry
(c) (Clemens Fabry)

Irmgard Griss wird 65. Ihr Ehrentag bedeutet aber auch, dass sie mit Jahresende aus dem Amt scheiden muss. Sechs Nachfolger aus dem Haus haben sich beworben, fünf Zivilrechtler und ein Strafrechtler. Am Zug sind nun Ministerin Beatrix Karl und Bundespräsident Heinz Fischer.

Heute, Donnerstag, feiert die Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH), Irmgard Griss, ihren 65. Geburtstag. Die Jubilarin steht dem Gericht seit 2007 vor. Ihr 65. Geburtstag bedeutet aber auch, dass Griss wegen Erreichen der Altersgrenze mit Jahresende ihr Amt abgeben muss.

Sechs Personen haben sich für die Nachfolge von Griss beworben, sie sind allesamt bereits am Obersten Gerichtshof tätig. Auffällig ist, dass sich vor allem Zivilrechtler beworben haben. Vizepräsident Eckart Ratz ist der einzige Strafrechtler. Die weiteren fünf Bewerber sind Senatspräsidenten aus dem Zivilrechtsbereich: Ilse Huber, Brigitte Schenk, Karl-Heinz Danzl, Anton Spenling und Hansjörg Sailer.

Ministerin lädt zum Hearing

Die besten Chancen werden Ratz und Huber nachgesagt. Die Bewerbungen werden dem Justizministerium übermittelt. Eine eigene Bewertung darf der OGH dabei nicht vornehmen, was für Kritik seitens der Richterschaft sorgte. Ministerin Beatrix Karl will alle Bewerber zu einem Gespräch einladen und dann ihren Vorschlag bekannt geben. Das letzte Wort in der Causa hat dann Bundespräsident Heinz Fischer, dem die Ernennung des neuen OGH-Präsidenten obliegt.

Griss selbst kann zu ihrem 65. Geburtstag auf eine steile Karriere zurückblicken. Die gebürtige Weststeirerin studierte an der Uni Graz und in Harvard und arbeitete sodann in einer Anwaltskanzlei. Nach Ablegen der Anwaltsprüfung wechselte sie aber in die Justiz und wurde 1979 zur Richterin ernannt. Sie werkte unter anderem am Handelsgericht und am Oberlandesgericht in Wien, 1993 erfolgte der Ruf an den OGH. Zudem ist Griss Honorarprofessorin an der Universität Graz.

(aich)