"Mord und Chaos": Saudi-Arabien droht Iran

Saudi Arabias Foreign Minister Saud al-Faisal delivers a speech during a ceremony in Viennas Foreign Minister Saud al-Faisal delivers a speech during a ceremony in Vienna
Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Saud al-Faisal(c) REUTERS (Heinz-peter Bader)

Saudi-Arabien will den iranischen Anschlagsplänen mit einer "angemessenen Antwort" begegnen und seinen Erzfeind für den "feindseligen Akt" zur Rechenschaft ziehen. Irans Ex-Präsident warnte indes vor einem US-Angriff.

Nach dem Auffliegen von iranischen Anschlagsplänen gegen einen saudischen Botschafter aus Washington werden in Saudi-Arabien Rufe nach Sanktionen laut. Man werde den Iran für jeglichen "feindseligen Akt" zur Rechenschaft ziehen, sagte der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal am Donnerstag in Wien. Es werde eine "angemessene Antwort" auf die Handlungen des Iran geben, immerhin habe die Regierung in Teheran wiederholt "Mord und Chaos" gestiftet.

"Aushecker des Attentats bekämpfen"

Saudi-Arabien sehe den Iran als Drahtzieher hinter dem Attentat, so Faisal: "Alle Anzeichen deuten auf den Iran." Man hätte nie angenommen, dass der Nachbarstaat zu einem solchen Schritt fähig sei. Es sei allerdings "nicht das erste Mal, dass der Iran sich in arabische Angelegenheiten" einmische, betonte Faisal.

Der Versuch der Iraner, sich des Terrorismus zu bedienen, um das "Gefüge der Internationalen Beziehungen" zu zerstören, werde jedoch nicht funktionieren, so der Außenminister. "Jene, die das Attentat ausgeheckt haben, werden bekämpft werden", sagte der Minister, der selbst ein Angehöriger des saudischen Königshauses ist. Indes weist der Iran jegliche Beteiligung an dem Mordkomplott an dem Botschafter Adel Al-Jubeir von sich.

Warnung vor US-Angriff

Der ehemalige iranische Präsident Mohammed Khatami sprach am Donnerstag eine Warnung an seinen Nachfolger Mahmoud Ahmadinejad aus. "Unsere politischen Vertreter sollten vorsichtig sein, den USA einen Vorwand zu liefern, um gegen unsere Sicherheit und territoriale Integrität vorzugehen", sagte Khatami der oppositionellen Internetseite Rahesabs und befürchtete eine Eskalation. Er sehe in den Rufen der USA nach Sanktionen eine Verschwörung der Regierung in Washington, um sich Vorteile für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr zu verschaffen.

Khatami war von 1997 bis 2005 Irans Staatspräsident. Derzeit besetzt er ein führender Stelle in der Opposition. In der Vergangenheit hat er mehrfach scharfe Kritik an Ahmadinejad geübt.