Die US-Investmentbank Goldman Sachs ist wenig optimistisch, was Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien angeht. Einige Unternehmen dürften sich trotz schwierigen Umfelds positiv entwickeln.
Wien/Weber. Den erneuerbaren Energien wird meist eine große Zukunft bescheinigt. Für die Aktien aus dem Bereich scheint dies jedoch nicht zu gelten. Schon jetzt ist die Performance prominenter Papiere seit Jahresbeginn äußerst dürftig: Phoenix Solar verlor 75Prozent, Solarworld 60Prozent und Q-Cells 80Prozent.
Die US–Investmentbank Goldman Sachs geht in einer Studie auf die Krise der Branche ein – und kürzt reihenweise die Aussichten. Das Kursziel von Phoenix Solar wurde von 21 auf neun Euro mehr als halbiert. Q-Cells wurde von einem Euro auf 50Cent gestutzt. Die Aktie von Solarworld sehen die Analysten in einem halben Jahr bei 2,9Euro. Derzeit kostet sie 3,1Euro. Letztere stufen die Goldman-Strategen ebenso wie Q-Cell mit „Sell“ ein, Phoenix Solar wurde von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft.
Als Grund für den schlechten Ausblick nennen die Analysten das schwierige politische Umfeld. Durch die Schuldenkrise im Euroraum sei es unsicher, inwieweit die Regierungen in den kommenden Jahren die erneuerbaren Energien noch subventionieren können. Kürzungen könnten daher nicht ausgeschlossen werden.
Gleichzeitig befänden sich die privaten Investitionen noch auf einem niedrigen Niveau. „In der Zukunft sehen wir mehr Investitionen aus dem Privatsektor in saubere Energien, doch es wird noch dauern, bis diese Investments im Mainstream ankommen“, heißt es in der Studie.
Außerdem erwartet Goldman Sachs, dass die Preise für Solarpanels im nächsten Jahr um 26Prozent sinken werden. Dies werde sich negativ auf die Gewinnspannen der Unternehmen auswirken. Bei den Windkraftherstellern machten sich derweil besonders die schlechten Finanzierungsbedingungen bemerkbar.
Einige Kaufempfehlungen bleiben
Einen Lichtblick sehen die Analysten in dem Solarunternehmen Meyer Burger. Dieses habe von den untersuchten Unternehmen mit seinem Marktanteil von 40 bis 50Prozent eindeutig die beste Ausgangsposition. Hier wurde das Kursziel nur leicht von 45 auf 43Schweizer Franken revidiert. Derzeit kosten die Papiere rund 23Franken. Die Kaufempfehlung wurde auf „Buy“ belassen.
Luft nach oben hat der Studie zufolge auch Centrotherm, deren Aktien derzeit gut 14Euro kosten. Das Kursziel befindet sich bei 26Euro. Unter den vier untersuchten Windkraftherstellern erhält nur Gurit eine Kaufempfehlung. Deren Aktien kosten derzeit 433Schweizer Franken und könnten binnen zwölf Monaten um 32Prozent zulegen, so Goldman Sachs.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2011)