Die japanische Jungkomponistin studiert in Graz bei Beat Furrer. Juryvorsitzender Friedrich Cerha betonte, dass "nur ein einziger Österreicher unter den hervorragenden Bewerbern war".
Der erstmals vergebene Kompositionspreis der Ö1 Talentebörse geht an die japanische Jungkomponistin Yukiko Watanabe. Die Studentin von Beat Furrer an der Musikuni Graz wird mit einem Kompositionsauftrag sowie einem Preisgeld von 10.000 Euro bedacht, wurde am Dienstag bekannt gegeben. "Mit großer Einhelligkeit" wurde die 28-Jährige von der Jury unter dem Vorsitz von Friedrich Cerha ausgewählt, weil sie "durch den musikalischen Gehalt ihrer Werke, durch deren formale Gestaltung und den ideenreichen Einsatz der instrumentalen Spieltechniken" überzeugte, wie es in der Jurybegründung heißt. Watanabe, aber auch alle anderen Finalisten werden in der Ö1-Reihe "Zeit-Ton" mit einem Porträt gewürdigt.
"Handwerkliche Niveau sehr hoch"
Die fünf Musikuniversitäten Österreichs hatten die Kandidaten für die Jurysitzung aus ihren Studierenden ausgewählt. "Das handwerkliche Niveau war sehr hoch", so Cerha, dem aber eine "teilweise exzessive Verwendung neuer Spieltechniken" auffiel. "Mitunter hat sich die Originalität auf diese Spieltechniken beschränkt." Zusätzlich betonte Cerha, dass "nur ein einziger Österreicher unter den hervorragenden Bewerbern war".
Watanabe, die sich über den Preis überrascht und "sehr froh" zeigte, wird ein kammermusikalisches Werk in der Länge von 15 bis 30 Minuten komponieren, bei dessen Uraufführung im Herbst 2012 eines der Instrumente aus der Sammlung des Kooperationspartners des Preises, der Österreichischen Nationalbank (OeNB), zu hören sein wird. Künftig soll der Preis jährlich ausgeschrieben werden, so Ö1-Chefin Bettina Roither.
Hat bereits 30 Werke komponiert
Yukiko Watanabe studierte zunächst Komposition, Klavier und Kammermusik an der Toho Gakuen School of Music in Tokio, seit 2008 ist sie mit einem Stipendium in Graz. Seit 2003 hat sie knapp 30 Werke verschiedener Gattungen geschaffen, darunter 2008 ihre erste Oper im Stil des traditionellen japanischen No-Theaters. 2012 wird im Rahmen eines Projekts der Uni Graz ihre zweite Oper "Weiche Mondin" unter der Leitung von Beat Furrer uraufgeführt.
(APA)