Hochegger zu Telekom-Affäre: Auch SPÖ beteiligt

Archivbild: Hochegger als Zeuge bei einem Prozess im Juli 2010.
(c) APA/ROLAND SCHLAGER (Roland Schlager)

Der Lobbyist Peter Hochegger bricht sein Schweigen: In einem "News"-Interview bringt er auch die SPÖ in Zusammenhang mit der Telekom-Affäre.

Der Lobbyist Peter Hochegger hat sein Schweigen gebrochen - und bringt jetzt auch die SPÖ in Zusammenhang mit der Telekom-Affäre. Er selbst sieht sich strafrechtlich unschuldig, gibt aber moralische Fehler zu. Auslöser für die ganzen Skandale sei "das System", indem sich Eliten, "angetrieben von maßloser Gier", Vorteile verschaffen, meint Hochegger im Interview mit dem am Donnerstag erscheinenden Magazin "News".

Hochegger betont, dass der Skandal rund um Schmiergeldzahlungen bei der teilstaatlichen Telekom Austria nicht nur ein Problem der ehemaligen schwarz-blauen-Regierung ist, sondern andere Parteien betreffe. Demnach hat die Lobbying-Zusammenarbeit bei der Telekom mit der SPÖ begonnen "und zwar mit Heinz Lederer", der in den 90er Jahren in der Kommunikationsstelle der SPÖ tätig war.

"Lederer hat angeboten, für die Telekom die Beziehungen zur SPÖ zu pflegen", wird Hochegger im "News"-Interview zitiert. Lederer habe damals der Telekom vertrauliche Gespräche zu SP-Klubobmann Josef Cap und Parteichef Alfred Gusenbauer vermittelt.

SP-Einfluss auf Bestellung der Kontroll-Kommission

Die SPÖ soll auch Einfluss auf die Bestellung der Telekom-Kontroll-Kommission genommen haben, deren regulative Vorgaben für die Telekomanbieter bares Geld wert sind. Hier habe er im Sinne der Telekom einen SPÖ-Politiker als Mitglied vorgeschlagen, der dann auch das Rennen gemacht habe.

Hochegger geht auch näher auf die Rolle von Walter Meischberger ein, einst Spitzenvertreter der FPÖ und enger Geschäftspartner von Hochegger, etwa bei der Privatisierung der Buwog. "Er hat mir die Raiffeisen Centrobank als Kunden gebracht und war im ORF-Stiftungsrat (...) Er hatte auch einen tollen Zugang zur ÖIAG. Ich hatte mehrmals wahrgenommen, dass er von allen ÖVP-Ministern, auch von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, immer freundlichst begrüßt wurde", so Hochegger in "News".

Konktakte zu Grünen und VP-Niederösterreich

Kontakte soll es auch zur ehemaligen Grünen Spitzenpolitikerin Monika Langthaler gegeben haben. "Langthaler hat nicht nur beste Konktakte zu den Grünen, sondern auch zur ÖVP Niederösterreich. Sie war sicher eine wertvolle Kommunikationsplattform für die Telekom", so Hochegger. Die frühere Grüne Mandatarin Monika Langthaler weist die Vorwürfe des Lobbyisten Peter Hochegger im Info-Magazin "News" entschieden zurück.

Hochegger nimmt auch zu seinen Kontakten mit dem ehemaligen Vizekanzler Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) im "News"-Interview Stellung. Demnach wurde Gorbach von der Telekom Austria zu Hochegger geschickt, damit ihm dieser dabei behilflich ist, den Weg in die Selbstständigkeit nach der Politikerkarriere zu schaffen. Allerdings habe sich die Zusammenarbeit mit Gorbach als wenig ergiebig herausgestellt.

Zu seiner jetzigen Situation meinte Hochegger, der einst einer der mächtigsten PR-Chefs des Landes war: "Heute bin ich fast Privatmensch, hab Zeit für mich. Es geht mir einigermaßen gut."