Das Quartals-Ebit brach um 44 Prozent ein. Ein hoher Ölpreis und die Luftverkehrssteuer belasten Deutschlands zweitgrößte Fluglinie.
Der hohe Ölpreis und die neue Luftverkehrssteuer drücken bei der defizitären Fluggesellschaft Air Berlin weiter auf das Ergebnis. Im dritten Quartal fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Berechnungen um 44 Prozent auf 96,8 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluglinie mitteilte. Der Umsatz stieg dagegen um elf Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Air Berlin ist Hälfteeigentümer von Niki Laudas Billigairline Niki ("flyniki"). Eine neue Anleihe soll bis zu 150 Millionen Euro einbringen.
Experte zweifelt an schneller Trendwende
Nach Jahren schneller Expansion steckt Air Berlin unter dem Strich tief in den roten Zahlen und hat einen Schuldenberg von mehr als 600 Millionen Euro angehäuft. Der als Übergangschef angeheuerte ehemalige Deutsche-Bahn-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn hat dem Konzern einen scharfen Sparkurs verordnet. Commerzbank-Analyst Johannes Braun bezweifelt allerdings, dass Air Berlin eine schnelle Trendwende schafft: "Wir erwarten für 2012 weiter ein negatives Ebit" erklärte er.
"Air Berlin hat ein großes Kostenproblem", fand auch Nils Machemehl von Equity Research. Dabei spielten nicht nur der Ölpreis und die Luftverkehrssteuer ein Rolle - auch Ausgaben für Marketing oder Materialkosten hätten die Quartalsergebnisse belastet.
Nun erhöht sich noch ein weiterer Kostenfaktor: Um eine Wandelanleihe, die im April 2012 von den Investoren angedient werden kann, zurückkaufen zu können, begibt Air Berlin eine neue Anleihe im Volumen von bis zu 150 Mio. Euro. Mit einem Kupon von 11,5 Prozent ist der Preis dafür hoch - für die letzte, im April begebene Anleihe zahlt Air Berlin jährlich 8,25 Prozent.
Air Berlin hatte nach anhaltenden Verlusten Ende August die Reißleine gezogen. Der Unternehmensgründer und bisherige Vorstandschef Joachim Hunold nahm seinen Hut. Der bisherige Aufsichtsratschef Mehdorn übernahm das Steuer.
(APA)