Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal im Jahresvergleich um 2,5 Prozent. Die Vergleichswerte für die ersten beiden Jahresviertel lagen bei 0,4 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent.
Wien/Stef. Mit 40 Prozent stufte das Investmenthaus Goldman Sachs kürzlich die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA im Jahr 2012 ein. Noch wächst die weltgrößte Volkswirtschaft aber relativ deutlich. Die Wirtschaftsleistung legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,5Prozent zu. Die Vergleichswerte für die ersten beiden Jahresviertel lagen bei 0,4 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent.
Einen Grund zur Entwarnung sehen Ökonomen in den neuesten Zahlen nicht. Ihre Erwartungen von durchschnittlich 2,7 Prozent für das dritte Quartal wurden verfehlt. Für die kommenden Monate bereitet ihnen der Häusermarkt große Sorge. Waren es 2008 private Häuslbauer, von denen viele ihre Hypotheken nicht bedienen konnten, sorgen nun vor allem Gewerbeimmobilien für Kopfzerbrechen: Von ausstehenden Hypotheken in Höhe von 1,4 Billionen Dollar steht die Hälfte „unter Wasser“, dürfte also zumindest zum Teil uneinbringlich sein.
Zudem ist nach wie vor unklar, wie der Schuldenberg in Höhe von 99Prozent der Wirtschaftsleistung abgebaut werden soll. Präsident Barack Obama kündigte diese Woche erneut an, mit Steuererhöhungen 1,5 Billionen Dollar (1,08 Billionen Euro) in die Staatskassen spülen zu wollen. Die Republikaner lehnen diesen Vorschlag ab. Die Diskussion rund um das Defizit dreht sich damit auch Monate nach Beginn des Streits rund um eine Anhebung des Schuldenlimits nach wie vor im Kreis.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2011)