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Juncker: "Eurozone kann Krise ohne Hilfe bewältigen"

Juncker Eurozone kann Krise
(c) EPA (OLIVIER HOSLET)
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China sollte sich an einer Gesamtlösung beteiligen. Dafür könne es aber keine politischen Gegenleistungen erwarten, sagte der Chef der Euro-Gruppe.

Die Eurozone kann die Schuldenkrise nach Einschätzung des Chefs der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, auch ohne fremde Hilfe bewältigen. Es mache aber Sinn, dass sich China an einer Gesamtlösung beteilige, sagte der luxemburgische Regierungschef am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". China könne seine hohen Überschüsse in Europa investieren. Die Volksrepublik könne aber keine politischen Gegenleistungen erwarten.

"Aber auch wenn es nicht dazu käme, dass China und andere Investoren sich beteiligen würden, wären die Beschlüsse, die wir getroffen haben, substanziell genug, um allein Herr der Schuldungskrise werden zu können", ergänzte Juncker.

Strategisches Interesse Chinas

Ein strategisches Interesse an einer Zusammenarbeit mit Europa hat Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao betont. Hu befindet sich derzeit auch Staatsbesuch in Österreich, bevor er am Mittwoch zum Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) ins französische Cannes reisen wird. Europa habe "die Weisheit und die Fähigkeit", seine wirtschaftlichen Probleme zu überwinden. Die Volksrepublik sei aber auch bereit, mit Europa zur Wiederbelebung der Weltwirtschaft zusammenzuarbeiten, sagte Hu.

China stehe der EU positiv gegenüber und verfolge die wirtschaftliche Entwicklung seiner europäischen Partner mit Aufmerksamkeit. Allerdings gab Hu Jintao keinen Hinweis, ob und inwieweit die Volksrepublik bereit ist, in den EU-Staaten zu investieren.

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten sich beim Gipfeltreffen am Mittwoch unter anderem auf ein Rettungspaket für Griechenland inklusive eines 50-prozentigen Schuldenschnitts geeinigt. Zudem verständigten sie sich auf eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF.

(APA/Ag.)